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Re-Education-Programm

Geschrieben von Silvio Markewitz am .

Das Wiedererlernen demokratischer Strukturen im Nachkriegsdeutschland

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es notwendig über eine Hilfe beim Aufbau des zerstörten Deutschlands nachzudenken. Der so genannte Marshall-Plan, auch als European – Recovery – Program (ERP) bezeichnet, hatte die ausdrückliche Intention Deutschland wieder produktions- und konsumfähig zu machen, um in Folge die größte psychische und soziale Not zu lindern. Es musste eine groß angelegte Umerziehung durchgeführt werden, um das geistige nationalsozialistische Gedankengut, verursacht durch die langjährige Nazidiktatur, abzuschwächen und verschwinden zu lassen. Um diese Umerziehung zu erreichen wurde von den Amerikanern ein „Re-Education-Program“ entwickelt, das sich vordergründig mit dem Vermitteln von demokratischen Normen und Verhaltensweisen befasste. Der Marshall-Plan mit seinen Krediten und Zuschüssen trug dann auch erheblich dazu bei, die unmittelbaren Notsituationen zu lindern und die Stagnation der europäischen Volkswirtschaften zu überwinden. Eine weitere Funktion des ERP bestand aber darin, die amerikanische Wirtschaft selbst vor einer drohenden Krise zu bewahren, da nur ein wirtschaftlich gesundes Europa zum Absatzgebiet von amerikanischen Waren werden konnte.
Nach 1945 versuchten die Alliierten mit Hilfe eben dieses "Re-Education-Programms" den Deutschen die Grundwerte zivilisierten Miteinanders und die demokratische Grundwerte nahe zu bringen. Um auch die geistige Provinzialität und das kulturelle Vakuum zu überwinden, die als Folge des nationalsozialistischen Terrorsystem entstanden waren, kümmerten sich Kulturoffiziere der Militärregierungen in allen vier Besatzungszonen um die kulturellen Angelegenheiten, wie etwa die Wiederbelebung des Theaters und den Zugang zur Weltliteratur durch die öffentlichen Bibliotheken. Sie organisierten Austauschprogramme für Schüler, Studenten und Lehrer und förderten das Stattfinden von Bürgerforen zur öffentlichen Diskussion.


Übungsfragen:

  • Nach dem zweiten Weltkrieg engagierten sich die Amerikaner für den Wiederaufbau des zerstörten Deutschlandes. Worin sehen Sie deren Hauptmotivation?