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Community Organizing und das Recht auf Stadt

Geschrieben von Michael Rothschuh am .

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Michael Rothschuh, Ilenbrook 24, 21107 Hamburg, Tel. 0049 (0)40 6520296, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: http://www.rothschuh.de/

Dieser Beitrag basiert auf einem Impulsvortrag des Autors bei der 16. Werkstatt Gemeinwesenarbeit (02.-04. Juni 2014 in Eisenach).


Passen „Community Organizing“ und „Recht auf Stadt“ zusammen?

Auf den ersten Blick kaum, wenn man zwei kurze Filme anschaut, mit denen einerseits „Recht auf Stadt“ aus Hamburg, andererseits die Berliner Bürgerplattform Wedding/ Moabit „Wir sind da“, die sich als Modell für Community Organizing (CO) versteht, an die Öffentlichkeit treten:

Die Bürgerplattform zeigt in einem Trailer ihre Gründung am 25.11.2008 in einer großen Halle. Der Film beginnt mit Schlagzeugmusik, Begrüßung in vielfältigen Sprachen, dann ein Ritual, bei dem alle ihre Nachbarn begrüßen und sich mit Namen vorstellen. „Wir Bürger von Moabit sind schon lange unzufrieden, wie unsere Lebensqualität immer schlechter wird. Wir wollen mitreden und selbst etwas tun. Wir wollen machen und nicht meckern.“ Farbig gekleidete Menschen mit erkennbar verschiedenen Herkunftssprachen stellen das Ziel und die über 40 Gruppen vor, viele aus dem christlichen und muslimischen Bereich. „Wir sind heute über 1000, morgen 2000 und später …“ „Als Bürgerplattform werden wir als dritte Kraft neben Politik mit Wirtschaft mitwirken.“

Ganz anders der Film von „Recht auf Stadt“ über eine Parade am 18.12.2009 in Hamburg. Eine große Demonstration mit den Wagen der Gruppen, fröhliche Stimmung, Musik vom Lautsprecherwagen wie z.B. Ton Steine Scherben, eine Vielzahl von politischen Erklärungen, aber auch viel Polizei, viele Wasserwerfer, manchmal bedrohlich. Den Aufruf zur Parade „Gegen ein Unternehmen Hamburg! Für eine grundsätzlich andere – soziale und gerechte – Stadt“ haben ca. 100 sehr unterschiedliche Gruppen unterschrieben. Dies reicht von der seit Jahrzehnten besetzten „Roten Flora“ über die Gewerkschaft ver.di bis hin zur Hunde-Lobby e.V.: „Deshalb gehen wir auf die Barrikaden gegen die Privatisierung von Stadt und gegen eine Politik, die allein auf die Rendite schielt und unbeirrt weitere prestigeträchtige Großprojekte an Land ziehen will. Wir wollen keine Stadt, die als Unternehmen profitabel am Markt positioniert wird.“

„Recht auf Stadt für alle! Deshalb demonstrieren wir, besetzen Häuser und Plätze, feiern Straßenfeste, spielen Benefiz-Konzerte, tanzen Walzer, schreiben Briefe, stören Sitzungen, gründen Initiativen und organisieren Vernetzungstreffen. Wir sammeln uns, tauschen uns aus, bündeln unsere Kräfte und nehmen uns das „Recht auf Stadt“. Wir sind es, die entscheiden, wie wir leben wollen, und nicht die Politik, Stadtplanung oder die Wirtschaft“.

Auftreten, Kleidung, Rhetorik, Musik, Sprache, auch das Alter der Akteure unterscheiden sich deutlich voneinander, ebenso die Kommunikation, mit wem man spricht und mit wem nicht, sowie die Publikationsorgane. Am meisten sticht wohl der Grundton gegenüber dem Staat hervor: Angebot der Zusammenarbeit versus Protest gegen Staatshandeln und dessen polizeilichen Ausdruck. Und doch: Beide Organisationen sehen sich als Zusammenschluss sehr unterschiedlicher Gruppen. Und vor allem: beide sind unzufrieden mit den Lebensbedingungen, und wollen ihre Stadt gezielt verändern und gerechter machen.

Ich will aus meiner Sicht den Kern von Community Organizing kennzeichnen, die Kontexte des Organizing in den USA durchstreifen, und anhand aktueller deutschsprachiger Bücher Organizing in Deutschland skizzieren. Abschließend komme ich zurück zu der Frage nach den Möglichkeiten, die CO insbesondere für städtische Soziale Bewegungen wie das „Recht auf Stadt“ bietet.


Community Organizing: Basis – Mittel - Ziele

Community Organizing (CO) bringt Menschen zusammen, die Anteil an einem gemeinsamen Ort haben, einem Stadtteil, einer Stadt, einer Region. Die Menschen wollen eine Verbesserung ihrer Wohn-, Arbeits- und Lebensbedingungen. Deshalb setzen sie die Macht der gemeinschaftlich agierenden Menschen der Macht des Geldes und der etablierten Institutionen entgegen.

Die Grundvorstellung versuche ich mit diesem Schaubild auszudrücken.

CO ist ein zirkulärer Prozess, in dem Menschen (1) Beziehungen zueinander entwickeln. Das Ziel ist (2) die konkrete Verbesserung der Lebenslage. Dafür wird (3) eine unabhängige Bürgerorganisation aufgebaut und es werden Methoden zur Durchsetzung der Ziele entwickelt und erprobt. Sind diese erfolgreich, – das kann ein medialer Erfolg sein, eine Stärkung der Gruppen oder das Erreichen der (Teil-)Ziele – so führt dies (4) zu einer Veränderung der Machtverhältnisse zugunsten der Akteure. Dies stärkt wiederum (1) ihre Handlungs-Macht und die kollektive Identität, ihr handlungsmächtiges „Wir“ und (3) ihre Organisation. In einem weiteren Zyklus kann die so gewonnene Macht vertieft und mehr erreicht werden.

Dieser Prozess gilt in seinem Grundmuster für eine Vielzahl von Gruppen und Organisationen in der ganzen Welt, die sich für soziale Veränderung einsetzen. Unter dem Etikett „Community Organizing“ firmieren in den USA vielleicht einige Prozent dieser aktiven Gruppen, in Deutschland allenfalls Promille. Die Besonderheit des Community Organizing und auch des gewerkschaftlichen Union Organizing aber liegt darin, dass Organizing Konzepte beinhaltet, den Prozess bewusster zu gestalten und lebendig zu erhalten, sowie ihn mit lernbaren Strategien, Methoden und Rollen zu unterfüttern. Dieses betrifft einen Zuhör- und Themensetzungsprozess, die Recherche und Strategieentwicklung, Aktionsformen, die Gestaltung der Organisation und den Aufbau und die Entwicklung handlungsmächtiger sozialer Beziehungen (vgl. Richers 2014).

Themen finden sich oft im unmittelbaren lokalen Umfeld und können ein breites Feld betreffen: Rechte von Kindern, Menschen mit Handicaps und alten Menschen; Gleichberechtigung von Frauen, Öffentliche Sicherheit, Stadtteilentwicklung, Bildung, Gesundheit, Immigration, Wohnen, Arbeit, Einkommen von dem man leben kann, Gewinnung von öffentlichen Räumen für alle. Lösungen sind immer seltener allein auf der kommunalen Ebene erreichbar, sondern erfordern Entscheidungen auf der nationalen oder gar globalen Ebene, so dass sich CO kaum von politischen Auseinandersetzungen frei halten kann.

CO geht davon aus, dass alle ein Recht haben, mit zu bestimmen z.B. an der Entwicklung eines Stadtteils, nicht nur die, die Grundeigentum oder politische Macht haben. Weil wir hier leben, ist es „unsere Stadt“ – das ist die Grundvorstellung. In diesem Sinne geht es beim CO immer schon um das „Recht auf Stadt“.

War Community Organizing bis 2007 selbst in großen Teilen der USA kaum bekannt, so änderte sich das, als Barack Obama zum Präsidenten gewählt wurde. In seiner Biographie spielte Community Organizing ebenso eine wichtige Rolle wie in seiner Wahlkampagne unter der Parole „Change – yes we can“. Um Community Organizing wurde gestritten, für die Ultrarechten und die Tea-Party-Anhänger war es Inbegriff eines teuflischen Weges zum Kommunismus, weit über Obamas Anhänger und weit über die USA hinaus aber wurde CO als Erfolg versprechende Methode der Veränderung wahrgenommen.


Kontexte des Community Organizing in den USA

CO wird aus verschiedenen Interessen und Erfahrungshintergründen sowie mit unterschiedlichen Erwartungen an seine Verwendbarkeit gesehen. Ich unterscheide hier die Kontexte Politik, Broad Based CO/ Governance, Gemeinwesenarbeit, Soziale Bewegungen und das Feld der Gewerkschaften.

CO im politischen Bereich

Die Politik, Abgeordnete wie Amtspersonen, sind zunächst einmal Target, Zielpersonen, die CO mit Aktionen zu beeinflussen sucht. Dies gilt für lokale Themen, mehr aber noch für Themen, bei denen Gesetzesänderungen notwendig sind (Gesundheitsreform, Verhinderung der Ausplünderung durch hoch verzinste Kredite, Landesweiter Lohn, von dem man leben kann, Rechte für Migrant_innen). Deshalb wirken CO-Gruppen oft in Koalitionen mit anderen Gruppen auf die Auswahl von Abgeordneten, auf die Wahlbeteiligung der ärmeren Schichten und auf Abstimmungen ein.

Obama hat dieses Verhältnis umgedreht und als Politiker Community Organizing genutzt: Im Wahlkampf 2008 hat sich Obama u.a. mit Hilfe von Methoden und auch Organisationen des CO, sowie mit internetbasierter Kommunikation unter dem Motto „Obama for America“ eine breite Wählerbasis geschaffen. Nach der Wahl hat er versucht, seine Basis – und auch seine viele Millionen Menschen umfassende Mailingliste - in „Organizing for America“ zu führen, das bis zu seiner Wiederwahl 2012 als Teil der Demokratischen Partei bestand. Dessen Kampagnen haben zur partiellen Umsetzung der für viele Amerikaner besonders wichtigen Gesundheitsreform beigetragen (vgl. Schmidt, 2011). Nach der Wiederwahl 2012 hat Obama einen Neustart unter der Überschrift „Organizing for Action“(OFA) gewagt; die Web-Adresse blieb immer www.barackobama.com.

OFA ist jetzt eine Non-Profit-Organisation, die auf die wertvolle Datenbank der Vorgänger sowie Personal aus Barack Obamas Umfeld zurückgreift, sich aber eigenständig mit Spenden finanziert und als unabhängig von der Demokratischen Partei und der Regierung darstellt. Wer sich als Mitglied einschreibt – nach einem bei Newsletters üblichen Verfahren – erhält laufend Mails zu den zentralen Programmpunkten Obamas wie der Gesundheitsreform, dem Klimaschutz und der Reform der restriktiven Immigrationsregeln, mit der Aufforderung, diese durch Geldspenden für OFA, Unterstützungsmails, Anschreiben an Abgeordnete und direkten Aktionen mit Hilfe von örtlichen OFA-Gruppen zu unterstützen. Im Grunde versucht Obama als vermeintlich mächtigster Mann der Welt, mit Community Organizing die Opposition seiner Anhänger gegen die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus und seit 2015 auch im Senat anzuführen, um sein Reformprogramm umzusetzen, woran Clinton in seiner Amtszeit weitgehend gescheitert ist.

Dieses hat einen gewissen Erfolg gehabt bei der Etablierung der Reform der Krankenversicherung (Affordable Care Act oder Obamacare, vgl. Schröder, 2014) aber keines der anderen Gesetzesvorhaben konnte gegen die Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus durchgesetzt werden. Nach der Wahlniederlage im November 2014, bei der die Demokratische Partei auch die Mehrheit im Senat verlor, gibt es kaum Chancen, sozialpolitische Reformen im Kongress durchzusetzen. Einiges versucht nun Präsident Obama per Erlass zu regeln (u.a. begrenztes Bleiberecht für Nachkommen von illegal Eingewanderten, Erhöhung des Mindestlohns für Staatsangestellte sowie Klimaschutzregeln), aber die Republikaner haben schon angekündigt, dass sie ihre komfortable Mehrheit gegen Obamas Politik einsetzen wollen. Gegenüber den Mitgliedern von Organizing for Action formuliert Obama seine Ziele für die restlichen 2 Jahre Amtszeit kämpferisch: „1.) I'm so proud of the progress we've made together so far. Thank you. Because of folks like you, we've been able to accomplish incredible things -- change that is making people's lives better today. That's the reason we do this work. 2.) I'm not done. I won't stop fighting for the American people until the day I leave this office. That's a promise…, I know we can keep making real, lasting change .I can't do it alone. That's as true today as it was at the start”. (Mail vom 20.12.2014).

Broad Based Organizing

Broad Based Community Organizing oder auch Institution-Based Community Organizing (IBCO) meint den Zusammenschluss von Organisationen in einer Community Organisation, den Alinsky (zu Alinsky vgl. Szynka, 2014)mit dem Zusammenwirken von lokalen Gewerkschaften und Kirchengemeinden entwickelt hat. Die Mobilisierung der einzelnen Menschen für Aktionen ist in diesem Fall vor allem Aufgabe der Basisorganisationen, die Community Organisation ist für die Themenfindung, Strategie und den Zusammenhalt der Gruppen verantwortlich.

Wichtige Rollen spielen in erster Linie christliche Kirchen, in zweiter Linie jüdische und muslimische Gemeinden und in dritter Linie Gewerkschaften und Bürgergruppen, so dass auch der Begriff Faith Based Community Organizing (FBCO) angemessen ist. Eine aktuelle Untersuchung von Wood/ Fulton/ Partridge, 2012 zählt knapp 200 aktive Community Organisationen mit über 4000 Mitgliedsorganisationen. Über diese würde eine potenzielle Basis von 5 Mio. Menschen erreicht. Finanziert werden sie von Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Unternehmen und religiösen sowie säkularen Stiftungen sowie Gewerkschaften wie der Dienstleistungsgewerkschaft SEIU. Staatliche Gelder fließen bei inhaltlichen Programmen wie beispielsweise der Errichtungen von Schulen oder Wohnungen.

Eines der Netzwerke ist die Industrial Areas Foundation (IAF), die von Saul Alinsky (1909-1972) zusammen mit Gewerkschafts- und Kirchenvertretern gegründet wurde. Die IAF ist stärker als andere Netzwerke auf eine institutionelle Ausbreitung auch nach Europa ausgerichtet, wo Citizens UK in Großbritannien und DICO in Berlin zu den IAF-Affiliates gezählt werden. In Europa wird dabei deutlicher als in den USA der Anspruch erhoben, dass CO die Zivilgesellschaft als dritte Kraft neben Staat und Wirtschaft bündeln soll und damit im Gegenüber und Miteinander zu Staat und Wirtschaft Teil einer Governance-Struktur wird.

CO in der Gemeinwesenarbeit

Community Organizing ist in den USA eine Berufsmöglichkeit für Sozialarbeiter, aber sie hat gegenüber insb. Clinical Social Work als Berufsfeld keine zentrale Bedeutung. Zwar haben nach einer Untersuchung der National Association of Social Workers in den USA von 2004 34% der Sozialarbeiter auch Aufgaben im Bereich Community Organizing, aber nur 1% arbeitet vorwiegend im Community Organizing.

Gleichzeitig ist Soziale Arbeit keineswegs die einzige Disziplin an den Hochschulen, in der Community Organizing angeboten wird. Die Seminarunterlagen der „On-Line Conference on Community Organizing“ zeigen, dass Community Organizing auch in der Soziologie und der Politikwissenschaft eine wichtige Rolle spielt. Marshall Ganz von der Harvard University z.B. entwickelte wesentlich das Grassroot-Training- Modell für die Obama-Wahlkampagne 2008.

CO und Soziale Bewegungen

(vgl. Rothschuh, 2014)

CO wird von Vielen als ein Teil des „Movement for Racial and Social Justice“ (Dreier, 2014) verstanden). Vor allem die IAF hat sich im Anschluss an Alinsky lange Zeit von den Sozialen Bewegungen distanziert, sie hätten Tendenzen zu ungezielten und unverantwortlichen Aktionen und seien eher Bewegungen auf kurze Zeit. Schutz/Sandy, 2011 aber ordnen CO in eine Geschichte der Bewegungen ein, die von der Arbeiterbewegung über die Settlement-Bewegung, Civil-Right-Bewegung und das Black-Power-Movement bis zur Gay-Rights-Bewegung reicht.

Die von 1970 bis 2010 bestehende Association of Community Organizations for Reform Now (ACORN) (vgl. Rathke, 2012)war mit zuletzt 400.000 Beitrag zahlenden Mitgliedern die bedeutendste Community Organisation mit direkter Mitgliedschaft. ACORN hatte weder Berührungsängste zu sozialen Bewegungen noch zur Politik und hat 2008 mit ihrem politischen Community-Organizing-Ansatz erheblich zur Wahl Obamas beigetragen. ACORN musste 2010 nach einer Reihe von eigenen Fehlern, insbesondere aber einer Verleumdungskampagne der Gegner Obamas und des Community Organizing Konkurs anmelden (vgl. Atlas, 2010). Übrig blieben ACORN International sowie zahlreiche Ortsgruppen, die Organizing unter anderem Namen weiter führten.

Zu der politischen Nachfolge von ACORN möchte ich die National People Action rechnen, die sich aus dem von Shell Trapp und Gale Cincotta bereits 1972 aufgebauten National Training and Information Center (NTIC) entwickelt hat. Die NPA organisiert beispielsweise auch Demonstrationen und Besetzungen gegen eine zu zögerliche Haltung Obamas zu einer Verbesserung der Situation von illegalisierten Migrant_innen.

Explizit zu den sozialen Bewegungen rechnen sich die von Maruschke, 2014 (Rezension dazu von Rothschuh) für das Transformative Organizing aufgeführten Organisationen, wie das Labor/Community Strategy Center, aber auch Right To The City (RTTC). Dieses versteht sich selbst nicht unmittelbar als Community Organizing. Aber sehr wohl gibt es vom RTTC auch konzeptionelle Verbindungen zum CO (vgl. Fisher u.a., 2013).

Organizing in den Gewerkschaften

Gewerkschaftliches Organizing kann man als die Mutter des Organizing verstehen. In Gewerkschaften schließen sich Menschen zur Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebenslage zusammen, die nicht mittels Eigentum Macht haben. Diese aber können sie durch gemeinschaftliches Handeln erwerben, insb. durch Streiks, bei denen sie mit bloßer Verweigerung ihrer Arbeitsleistung die Interessen der Eigentümer der Produktionsmittel so schädigen können, dass diese in Verhandlungen eintreten. Das Ergebnis ist nicht nur beispielsweise eine Erhöhung der Löhne, sondern auch, dass die Community der organisierten Arbeitenden eine Gegenmacht bildet, die sie dann nicht mehr in jedem Fall durch Streiks neu beweisen muss. Es geht also beim Organizing um die Entwicklung von Macht durch die Bildung einer handlungsmächtigen Basis.

Maruschke, 2014, sieht die Knight of Labors in den 1880er Jahren als eine Wurzel eines revolutionären CO in den USA an. Alinsky hat zusammen mit Gewerkschaftsvertretern und der katholischen Kirche 1939 „Back oft the Yards“ gegründet, die als erste Tat einen Streik in der Fleischverpackungsindustrie erfolgreich unterstützt hat.

Die Beziehung zwischen Community Organizing und Gewerkschaftlichem Organizing ist – insbesondere bei der SEIU – in den letzten Jahren stärker hervor getreten, seitdem die Bedeutung der Großbetriebe, in denen sich eine quasi natürliche Community bildete, zurück gegangen ist und Arbeitswelt und Wohnwelt in vielen Bereichen schwer voneinander zu trennen sind, wie z.B. bei Haushaltsangestellten, prekären Arbeitsverhältnissen im nachbarschaftlichen Bereich, Transportarbeitern und Pflegekräften. Die Kampagne J4J – Justice für Janitors (Hausmeister, Pförtner) ist der Prototyp dieses Organizing.

Has the Fight Gone Out of Organizing?

fragt im Frühjahr 2010 Randy Stoecker, einer der profundesten Kenner der gesamten Organizing-Szene und Moderator der einschlägigen Informations- und Diskussionsseite zum Community Organizing, als der Hype um Obamas Wahl vergangen und ACORN unterging: Community Organizing hätte 2008 einen kurzen, glänzenden Moment erlebt, als es schien, Community-Organisatoren würden das Land regieren, wären nun aber wieder in der Defensive.

Mittlerweile gibt es ambivalente Entwicklungen: Neue Formen des Protestes sind mit der Occupy-Bewegung entstanden; auf dem Internet basierte Plattformen wie MoveOn.org-DEMOCRAZY IN ACTION gewinnen an politischer Wirkung; wahrscheinlich gibt es auch eine Mischung von Enttäuschung und Beißhemmung gegenüber Obama.

Community Organizing ist vielerorts ein fester Faktor in der politischen Entwicklung der USA, aber es gibt kaum spektakuläre Ereignisse oder Erfolge. Ich fürchte, man muss die Frage von Stoecker bejahen.


Kontexte des CO in Deutschland

Organizing in Deutschland stelle ich vor allem anhand von vier zwischen 2011 und 2014 erschienenen Büchern vor.

Maximilian Schmidt (Rezension dazu von Rothschuh) hat 2011, kurz vor seiner Wahl zum SPD-Landtagsabgeordneten in Niedersachsen, eine Fallstudie zum Organizing bei Obama nach dessen erfolgreicher Wahl zum Präsidenten vorgelegt: „Organizing als demokratische Funktion – Die Mobilisierungs- und Beteiligungsstrategie der Obama-Administration“.

Detlef Wetzel hat 2013, gleichzeitig mit seiner Wahl zum Vorsitzenden der IG Metall ein Buch zum Organizing der IG Metall, aber auch anderer deutscher und europäischer Gewerkschaften, heraus gegeben (vgl. Rezension von Rothschuh): „Organizing – die Veränderung der gewerkschaftlichen Praxis durch das Prinzip Beteiligung“.

2014 erschien die Monographie von Robert Maruschke, die einen Kontrapunkt setzen will zu dem an Alinsky orientierten Organizing (vgl. Rezension von Rothschuh und Rezension von Müller): Community Organizing – zwischen Revolution und Herrschaftssicherung. Carsten Müller,

Hille Richers und Hans-Jörg Sippel haben die Redaktion wahrgenommen für das Handbuch Community Organizing, das vom Forum Community Organizing und der Stiftung Mitarbeit sowie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Community Organizing (DICO) Anfang 2014 herausgegeben wurde: „Handbuch Community Organizing – Theorie und Praxis in Deutschland“ (vgl. Rezension von Schwarz und die Rezension von Goede).

Die Herausgeberschaft des Handbuchs durch gleich drei Organisationen spiegelt wieder, dass in Deutschland seit den 1990er Jahren zwei Organisationen Community Organizing CO voran zu bringen versucht haben:

  • 1993 gründeten vor allem von Gemeinwesenarbeiter_innen das Forum Community Organizing (FOCO) (zur Geschichte von FOCO vgl. Stock, 2014). Der Verfasser dieses Aufsatzes arbeitet seit Beginn an bei FOCO mit und ist insofern in der Auseinandersetzung der Organisationen befangen.
  • 1996 kam der IAF-Organizer Leo Penta nach Deutschland, baute Bürgerpattformen in Berlin und Hamburg auf, und gründete 2006 ein Hochschulinstitut der Katholischen Hochschule in Berlin mit dem Namen „Deutsches Institut für Community Organizing" (DICO) (zur Geschichte von DICO vgl. Renner/ Penta).

Die Autor_innen des Handbuchs kommen aus dem Umfeld der beiden Organisationen sowie der Gewerkschaften IG Metall und ver.di. Ende 2014 ist das Handbuch nun auch mit etwas veränderten Überschriften unter der Rubrik „Praxishilfen“ in den „Wegweiser Bürgergesellschaft“ eingestellt worden.

Politischer Umgang mit CO

Maximilian Schmidt zeigt, so der Werbetext, „exemplarisch auf, wie transformative Reformpolitik auch unter schwierigen Rahmenbedingungen durchgesetzt werden kann.“ Schmidt kommt zu dem Schluss, dass eine pauschale Übertragung von Organizing als Regierungsstrategie z.B. auf Deutschland kaum möglich sei, weil die Strukturen sich insbesondere durch das unterschiedliche Parteien- und Wahlsystem unterschieden. Allerdings könnten Dialog-Instrumente adaptiert werden. Dies hat er, wie er auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung 2013 berichtete, auch getan, insbesondere indem er den unmittelbaren Kontakt zu den potentiellen Wählern gesucht und gefunden habe. In ähnlicher Weise hat der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Thomas Oppermann die Bedeutung des CO für seinen Werdegang betont (vgl. Vita Oppermann).

Die Parteien und vor allem die Partei-Stiftungen in Deutschland interessieren sich seit Obamas Erfolg durchaus für Community Organizing. So veranstalteten die Stiftungen der SPD (vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung, 2013), der Grünen (vgl. Heinrich-Böll-Stiftung, 2014), der Linken (vgl. Rosa Luxemburg Stiftung, 2011) und der CDU (vgl. Konrad-Adenauer-Stiftung, 2013) mit jeweils unterschiedlichen Ausrichtungen Tagungen zu Community Organizing.

Aber anders als in Großbritannien hat Organizing weder Eingang gefunden in die Parteiarbeit, wie es bei der Labour-Partei mit dem „Movement for Change“ der Fall ist, noch ist Community Organizing zum Teil des Regierungsprogramms geworden wie bei dem Konzept einer Big Society (vgl. Building a Big Society), das der konservative Premierminister Cameron umzusetzen versucht.

Seitens der politischen Führung in Deutschland wird CO nach dem Muster der Bürgerplattformen offenbar als erwünschte Form der Bürgerbeteiligung und als Gegenmodell zu Protesten wie Stuttgart 21 oder radikaleren Formen wie z.B. Hausbesetzungen und Blockadeaktionen angesehen. Im europäischen Sprachgebrauch ist diese Bürgerbeteiligung Element einer „European Governance“, wie sie von der Europäischen Union gefordert wird. Deshalb hat die Bundeskanzlerin Merkel Leo Penta und Susanne Sander vom DICO als Experten in den von ihr inszenierten Zukunftsdialog berufen (vgl. Dialog über Deutschlands Zukunft, 2012).

Es bleibt schließlich der von kaum jemandem verstandene Slogan der SPD im Wahlkampf 2013 „Das wir entscheidet“, der laut Frank Kornberger aus dem von ihm publizierten Ansatz des Organizing entlehnt ist und in der Tat auf die Bedeutung einer handlungsmächtigen Basis mit einer kollektiven Identität verweisen könnte. Nur lässt der Slogan nicht erkennen, wie denn dieses Wir entwickelt werden sollte.

Broad Based Organizing als Form der Bürgerbeteiligung

Das Deutsche Institut für Community Organizing (DICO) der Katholischen Hochschule Berlin initiiert und begleitet Bürgerplattformen. DICO geht aus von einem Drei-Säulen-Modell von Staat, Markt und Bürgergesellschaft: „Eine auf den drei Säulen Staat, Markt, Zivilgesellschaft ruhende Gesellschaft kann nur gedeihen, wenn sich neben einem starken Staat und einer leistungsfähigen Wirtschaft eine unabhängige, handlungsfähige Zivilgesellschaft entwickelt“. CO wird dabei verstanden als Aufbau und Bündelung der örtlichen Zivilgesellschaft „von innen und von unten“ (Penta/ Düchting, 2014). Bürgerplattformen schaffen Beziehungen zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft, zu der Kirchen, Moscheen und Verbände gerechnet werden, und treten als Verhandlungspartner gegenüber Organisationen des Marktes und des Staates auf. CO in dieser Weise kann als eine spezifische Beteiligungsform angesehen werden, mit Stärkung der Governance durch Partizipation und Einbeziehung aller Betroffenen. Das Ziel ist eine ausbalancierte Gesellschaftsordnung zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft

Derzeit gibt es drei Berliner Bürgerplattformen im Südosten “SO Mit uns“, in Neukölln „WIN Wir In Neukölln“ und in Wedding/Moabit „Wir sind da“. Die letztere hat als Mitglieder ca. 20 religiöse Gruppen, 10 kulturelle und 10 soziale Projekte. Eine Hamburger Bürgerplattform „ImPuls Mitte“ ist von DICO aufgebaut worden, arbeitet jetzt aber mit FOCO zusammen. Die Organizer_innen der Bürgerplattformen sind zum Teil Mitarbeiter_innen des Instituts. Im Beirat des Instituts sind vor allem fördernde Stiftungen vertreten wie Generali Zukunftsfonds, Körber-Stiftung und Checkpoint-Charlie-Stiftung, sowie ein evangelischer Schulträger Hoffbauer gGmbh.

Thematisch geht es um Stadtteilbelange z.B.im Bereich von Verkehr, Konflikte im Öffentlichen Raum um das Thema Drogen und Alkohol, und die Verbesserung der Arbeit eines Jobcenters für die Arbeitssuchenden, aber auch um längerfristige Wirtschaftsentwicklung, die Ansiedlung von Ärzten und das mittlerweile Langzeitprojekt der Gründung einer „Freien Bürgerschule“.

Das DICO ist der deutsche Zweig des IAF und versteht sich als ein, manchmal auch als „das“ Kompetenzzentrum des Community Organizing. DICO strebt systematisch die Neugründung von Bürgerplattformen an verschiedenen Standorten in Deutschland an. 2013 hat das Institut zur „Erweiterung des Geschäftsmodells“ eine Stelle für einen Business Developer mit einem betriebswirtschaftlichen, juristischen oder politikwissenschaftlichen Studium ausgeschrieben. „Sie schaffen an mehreren Standorten in Deutschland…die finanziellen sowie lokalpolitischen Voraussetzungen für neue Bürgerplattformen“. Um seine Ziele zu erreichen und die Arbeit zu finanzieren, knüpft das DICO enge Beziehungen sowohl zu wirtschaftsnahen Stiftungen als auch politischen Einflussträgern.

CO als Empowerment in der Gemeinwesenarbeit

CO grenzt sich zwar kritisch von der Sozialen Arbeit ab, akademische Lehre zu CO sowie die Organizer – auch bei DICO – sind aber überwiegend in der Sozialen Arbeit und Gemeinwesenarbeit verankert. CO als besondere Form der GWA wurde in den 1970er Jahren vor allem von Sozialarbeitern propagiert, die nach einer Verbindung von politischem Handeln und Sozialarbeit suchten. Diese explizit politisch verstandene GWA aber wurde nur in wenigen Projekten, wie der GWA St.Pauli in Hamburg oder der Gemeinwesenarbeit in Düren (vgl. Schaaf, 2014) bis heute weiter getragen.

Bei FOCO geht es anders als bei DICO nicht um die Durchsetzung eines Modells, sondern vor allem um die Bereicherung und Weiterentwicklung von Projekten der GWA und der Selbstorganisation mit Hilfe von Konzepten aus dem CO. Neben den Vertretern der GWA in Praxis und Wissenschaft arbeiten Journalisten und Stadtteilaktivisten mit. Im Zusammenhang mit FOCO führt seit 2004 der amerikanische Organizer Paul Cromwell intensive Trainings sowie Beratung der Projekte durch; er hat auch eine führende Rolle im Europaean Network Community Organizing (ECON), das CO-Projekte im östlichen Europa unterstützt.

Im Handbuch Community Organizing wird eine Vielzahl von Projekten, die im Zusammenhang mit FOCO stehen, beschrieben. So ist z.B. in Saarbrücken aus der GWA ein Projekt zum CO entstanden, in dem Verbesserungen im Stadtteil Malstatt erreicht werden; in Uslar hat sich ein Projekt gegen Kinderarmut bis zu einem Bundestagsausschuss voran gearbeitet, in dem die Abgeordneten Hartz IV -Empfängern direkt begegnen konnten. Im Bereich Stuttgart haben Erwerbslose eine Genossenschaft aufgebaut, in Hamburg hat eine unabhängige Bürgerorganisation eine Wächter-, Anstoß- und Aktionsfunktion für die Stadtentwicklung; in Sachsen wird CO im Kampf gegen Rechtsextremismus eingesetzt.

CO im Kontext der Sozialen Bewegungen

Robert Maruschkes Buch setzt einen Kontrapunkt zur sonst üblichen Darstellung des CO. Es geht ihm um die Kritik des an Saul Alinsky angelehnten CO und die Präsentation eines transformativen oder auch revolutionären CO.

Maruschke kommt auf der Grundlage seiner Diplomarbeits-Forschung zu den Berliner Bürgerplattformen zu dem Schluss: „(Neo)liberale Community Organisationen teilen die zentralen Überzeugungen neoliberaler Stadtpolitik“ (S.89), womit vorwiegend die Politik der Gentrifizierung angesprochen wird. Als Gegensatz zu den „liberalen“ Organisationen, stellt Maruschke mit einem Interview zwei nachbarschaftliche Organisationen in Berlin vor, „Kotti & Co“ sowie „Zwangsräumungen verhindern“. Er sieht in ihnen nicht fertige Projekte des CO, sondern sie „arbeiten mit Elementen des transformativen Community Organizings, ohne sich explizit auf das Konzept zu beziehen“ (S.80). Dabei gehe es vor allem um die Organisation der Basis, den Anspruch auf demokratische Entscheidungsfindung, die für die betroffenen Menschen wie für das angestrebte Ziel geeigneten Aktionsformen, sowie die Entwicklung von politischen Forderungen.

Maruschke 2014: Community Organizing zwischen Revolution und Herrschaftssicherung

Transformatives CO

(Neo)liberales CO

Merkmale

Beispiele

Merkmale

Beispiele

1.Kritische Analyse und grundsätzliche Opposition

Bus Riders Union/ The Labor Community Strategy Center

Kotti & Co

Zwangsräumungen verhindern

BASTA, Erwerbsloseninitiative

1.Blendet gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse aus

Alinsky

Bürgerplattformen

2.Politische Basisarbeit

2.Kaum Basisarbeit

3.Konfrontative Politikformen

3.Beschränkung auf „gewinnbare“ Kämpfe

4.Solidarität

4.Isolation in der Nachbarschaft

 

5.Unternehmensnahe Finanzierung

6.Neoliberale Politik in der Praxis

Robert Maruschke, Schaubild für das 2.Hamburger Beteiligungsforum am 14.11.2014

Alinskys Zielsetzung, „‚Revolutionen‘ durch Inhaltsleere und Richtungslosigkeit zu ermöglichen“ (S.103), habe zur Schwächung sozialer Bewegungen beigetragen. Transformatives CO eröffne dagegen nachbarschaftlichen Gruppen eine „strukturierte Herangehensweise an ihre eigene Basisorganisierung, die konkrete Forderungen mit einer gesellschaftlichen Vision verbindet“ (S.103). Maruschke stellt CO explizit in den Kontext der sozialen Bewegungen mit gesellschaftsveränderndem Anspruch und fragt, welchen Nutzen CO für nachbarschaftliche und stadtpolitisch ambitionierte Organisationen haben kann. M.E. kann man tatsächliches Community Organizing in nahezu allen Sozialen Bewegungen von der Anti-Atom-Bewegung über die Frauenbewegung, Friedensbewegung bis hin zu den explizit städtischen sozialen Bewegungen auch in Europa und Deutschland finden. Denn hinter erfolgreichen Sozialen Bewegungen stehen zumeist langfristig arbeitende lokale Organisationen und Netzwerke, wie Susan Stall und Randy Stoecker es ausgedrückt haben „Behind every successful social movement is a community, or a network of communities“ (Stall, Stoecker, 1998).

Organizing der Gewerkschaften

Spätestens seit der Jahrhundertwende haben sich für die Gewerkschaften sowohl in den USA als auch in Europa dramatische Veränderungen vollzogen. Wachsende Gruppen von Arbeitnehmern sind von prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen und kaum noch durch die Gewerkschaften erreichbar, klassische Großbetriebe sind rar geworden und die Unternehmensstrukturen haben sich diversifiziert. Betrieb und Arbeitsplatz sind häufig keine Einheit mehr. Die Mitgliederzahlen der meisten Gewerkschaften sind auch deshalb erheblich zurück gegangen.

In der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die davon besonders betroffen war, ist deshalb schon seit einiger Zeit das amerikanische Modell des „Organizing“ erprobt worden (vgl. Bruder, 2014 und vgl. ver.di: Organizing).

2008 unternahm vor allem eine Gruppe um Detlef Wetzel und Sören Findeisen-Niemann, Susanne Kim und Jonas Berhe in der IG Metall einen Vorstoß zum Organizing. 2013 wird in dem Band Organizing eine Zwischenbilanz gezogen Der Anspruch ist dabei „im Sinne von Organizing … Selbstbefähigung und Beteiligung zu fördern, statt abstrakt Reklame für die gewerkschaftliche Sache zu machen. Emanzipation bedeutet, nicht Objekt, sondern Subjekt zu sein. Man wird nicht behandelt, sondern man handelt.“ (Wetzel, 2014, Klappentext)

Mehrere Beiträge in Wetzel, 2014, stellen das wichtigste Organizing-Projekt der IG Metall der letzten Jahre dar, den Aufbau gewerkschaftlicher Interessenvertretung im Windanlagenbau. Heiner Dribbusch, der diesen Prozess begleitend und beobachtend erforscht hat, stellt dazu fest: „Die Organizing-Kampagne hat ihr strategisches Ziel erreicht. Die IG Metall ist in der Branche angekommen und wird von Beschäftigten wie Öffentlichkeit als die für die Windindustrie zuständige Gewerkschaft anerkannt“ (ebd., S.110).

Johannes Schulten thematisiert den gerade jetzt, zum Jahreswechsel 2014/2015, wieder akut gewordenen Konflikt der Gewerkschaft ver.di mit Amazon.(vgl. Schulten 2013).

Es gibt auch Projekte, die über Organizing im Betrieb in Community Organizing hinein ragen: Jörn Boewe stellt ein Organizing-Projekt der IG BAU unter den Gebäudereinigern im Frankfurter Bankenviertel vor. Hier hat man sich nicht auf die Gebäudereinigungsfirmen selbst bezogen, sondern auf ein einen geografischen Raum, mit einer Konzentration von Kunden dieser Firmen wie Banken, Hotels und Uniklinik. Denn diese wären eher unter moralischen Druck zu setzen, der durchaus massiv ausgeübt worden sei, z.B. mit Gesprächen mit Hoteliers: „Ihre Gäste finden es sicher aufregend, wenn die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hier einmarschiert. Und die Jungs von der Presse werden sich freuen, denn das gibt tolle Bilder“ (Wetzel, 2014, S.278).

Organizing wird von der IG Metall vorwiegend als ein Methodensetting der persönlichen Kommunikation und Aktivierung, der Bildung von handlungsfähigen aktiven Gruppen und der konfliktorientierten Kampagnen angesehen und nicht, wie Organizing oft missverstanden wird, als ein Trick aus der Internetkiste. Aus der 2008 geforderten „Erneuerung“ der Gewerkschaftsarbeit allerdings ist in dem Buch eine „Veränderung“ geworden und auch diese ist eher ein noch vages Versprechen als durch das dargestellte Organizing umgesetzte Realität. „Organizing ist kein Zaubertrank“, stellt Peter Birke zu Recht in einem Interview zu seinem Buch „Die große Wut und die kleinen Schritte“ fest.


Community Organizing und Recht auf Stadt in den Mühen der Ebenen

In Sozialen Bewegungen knüpft sich oft ein Mythos an ein herausragendes Ereignis, eine Großdemonstration, eine Hausbesetzung nach einem Ton-Steine-Scherben-Konzert, oft eine dramatische Konfrontation mit der Staatsgewalt.

Bei CO ist das nicht anders: bei der Bürgerplattform in Berlin-Wedding/ Moabit war es ihre Großveranstaltung am 25.November2008, kurz nach dem Wahlsieg Obamas, bei Recht auf Stadt in Hamburg die friedliche, aber kämpferische Parade am 18.Dezember 2009. An beide habe ich anfangs dieses Aufsatzes mit dem Verweis auf Filme dazu erinnert.

Beides waren heroische Auftritte mit sehr divergierender Ideologie. Nach fünf, sechs Jahren sind beide Netzwerke immer noch aktiv, was in der Geschichte der Bürgerorganisationen keine Selbstverständlichkeit und in sich sicherlich als ein Erfolg zu werten ist.

Aktuelle Themen in der Bürgerplattform und in Recht auf Stadt

Erinnern wir uns an das Schaubild: Community Organizing: Basis – Mittel – Ziele, so können wir versuchsweise fragen, wie weit dieses Schema die Praxis der beiden Organisationen kennzeichnet.

Aktuelles Thema in der Bürgerplattform Wir sind da ist die Auseinandersetzung mit Politik und Verwaltung um die von der Bürgerplattform angestrebte „Freie Bürgerschule Wedding (FBW)“. „Wir wollen die Entwicklung stoppen, dass der Schulerfolg weitgehend abhängig ist von der sozialen Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten der Elternhäuser. Auch Kinder aus dem Wedding und Moabit sollen ihr zukünftiges persönliches und berufliches Leben selbstbestimmt gestalten können. Sie sollen als Erwachsene für die Versorgung ihrer Familien selbst aufkommen, ihren Wohnraum finanzieren und verantwortungsbewusst am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dazu brauchen sie vor allem gute Schulabschlüsse und Anschlussperspektive“.

Das Pfefferwerk, das diese Schule mit gründen will, schreibt: „Die wichtigsten Merkmale: Die Schule ist offen für Alle. Die Schule nimmt kein Schulgeld. Die Schule entsteht ‚von unten‘“.

Die Forderung nach einer Freien Bürgerschule wurde offenbar aufgestellt, nachdem die Bürgerplattform mit der Zusammenarbeit mit der staatlichen Schule unzufrieden war. Bei der Bürgerplattform liegt formell die Entscheidung nicht bei der Vollversammlung der Mitglieder der Organisationen – diese ist jeweils eine an die Öffentlichkeit gerichtete inszenierte Aktion – sondern beim „Kernkreis: Im Kernkreis kommen Vertreter/innen aller Mitgliedsgruppen zusammen und entscheiden basisdemokratisch über die wichtigen Belange der Bürgerplattform. Der Kernkreis trifft sich alle 6-8 Wochen.“ Basisdemokratie bedeutet nach diesem Verständnis, dass alle 40 Gruppen jeweils eine Stimme haben.

Ein zentrales Thema im Recht auf Stadt sind die Esso-Häuser. Menschen, die in Recht auf Stadt wie in der Initiative „Esso-Häuser“ in St.Pauli eine zentrale Rolle spielen - formelle Vertreter gibt es nicht – setzen derzeit ein mit dem Hamburger Bezirk Mitte vereinbartes Beteiligungsverfahren um zum Nachfolgebau für die abgerissenen Häuser. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht die „Planbude“, die zunächst bis Weihnachten 2014 geöffnet war und auf Verlängerung hofft. Parallel läuft eine Fragebogenaktion mit 18.000 Fragebögen, die in vielen Teilen des Stadtteils abgegeben werden können. „Am Spielbudenplatz hat … die „Planbude“ offiziell geöffnet. Jeder darf in dem Container Vorschläge für die Neubebauung des ehemaligen Esso-Areals machen. Für sechs Monate hat der Bezirk Mitte ein interdisziplinäres Team aus KünstlerInnen, ArchitektInnen, SozialarbeiterInnen und Studierenden beauftragt, Ideen und Wünsche zu sammeln und in eine realisierbare Form zu übersetzen.“ Die Planbude ist im April 2014 von einer Arbeitsgruppe erarbeitet und mit Konzept mit 24 Grafiken erläutert worden. Das Ziel ist danach „Citizen Power“ als hoher Stufe der „Ladder of Citizen Participation“. Umgesetzt werden soll dies durch möglichst große Beteiligung aller Interessenten an dem Planungsprozess. Gleichzeitig wird ein „Prozessbegleitgremium“ eingerichtet mit Vertretern der Politik, der Verwaltung, des Grundeigentümers und von Stadtteilinitiativen. So wird mit dem Hamburger Bezirk Mitte ein 6monatiger Beteiligungsprozess verabredet, auf den ein städtebaulicher Wettbewerb, die Aufstellung eines Bebauungsplans und schließlich der Bau von neuen Häusern durch den Grundeigentümer folgen sollen.

Das Ziel (3) bei der Bürgerplattform wir der Esso-Häuser-Initiative ist eine (2) Verbesserung für die Lebenssituation der Bewohner, wobei faktisch die künftigen Besucher der Freien Bürgerschule und die Mieter der neuen Esso-Häuser direkten Nutzen hätten, die anderen Stadtteilbewohner möglicherweise indirekt für die Gesamtsituation des Stadtteils. Explizit ist bei dem Konzept der Esso-Häuser- Initiative „Planbude“ (4) „Citizen Power“ das Ziel, aber es wird nicht deutlich, wie das Verfahren eigentlich wessen Macht erhöht, denn eine Veto-Position erhalten die „Citizens“ nicht. Bei der Bürgerplattform wird nicht über Macht geredet, aber die Forderung kann schon als Provokation gegenüber der alleinigen Bestimmung der Schule durch den Staat verstanden werden – allerdings möglicherweise um den Preis der Abhängigkeit von der das Projekt fördernden Wirtschaft.

Was allerdings in beiden Fällen nicht erkennbar ist, ist die (1) Stärkung der handlungs-mächtigen Sozialen Beziehungen, der kollektiven Identität der sozialen Basis. Schriftliche Fragebögen schaffen und stärken keine Beziehungen, die Entscheidung durch Vertreter der Mitgliedsorganisationen ebenso wenig. Vielmehr sind es in beiden Fällen die „Experten“, die faktisch die Menschen „vertreten“.

„Not in our name“ war der Ausgangsslogan von Recht auf Stadt. In wessen Namen agieren jetzt und vor allem bei den kommenden Gesprächen und Kompromissen die jeweiligen Verhandlungsexperten? Wer ist das handlungs-und damit verhandlungsmächtige Wir? Wer ist ggf. in der Lage so Stopp zu sagen, wie es Gewerkschaften mit Streiks können?

Perspektiven des Verhältnisses von Community Organizing und Recht auf Stadt

Bei einem transatlantischen Round Table der Luxemburg Stiftung New York mit der Right to the City Alliance am 22.-23.November 2013 gab es internationale Begegnungen, die die Teilnehmer von Recht auf Stadt Hamburg zu selbstkritischer und zugleich vorwärts gerichteter Reflexion veranlassten.

„Wer? …Auch wenn die meisten der im Hamburger Netzwerk versammelten Gruppen Zusammenschlüsse von Betroffenen sind, handelt es sich doch selten um Menschen, die von rassistischer Ausgrenzung oder Obdachlosigkeit betroffen sind. Die Frage nach dem Subjekt der Kämpfe ist auch mit der Frage verbunden, welche gesellschaftlichen Gruppen man ins Boot holen muss, um den notwendigen Druck entfalten zu können. Von mehreren Teilnehmer_innen wurde es als entscheidendes strategisches Problem gesehen, die von sozialem Abstieg bedrohten Angehörigen der Mittelklassen stärker einzubinden. Auch verbunden damit, dass die Gefahr besteht, dass diese nach rechts abdriften.“

„Wie? Sehr deutlich wurde bei dem Workshop ein Gegensatz zwischen Initiativen aus Europa und den Vereinigten Staaten: Während die meisten europäischen Projekte komplett auf ehrenamtlicher Basis laufen, gibt es in den teilnehmenden Projekten aus den USA bezahlte Organizer_innen. Die dafür benötigten Gelder kommen überwiegend aus Stiftungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Viele notwendige Arbeit (ob es nun Außendarstellung, von Tür zu Tür gehen oder die Organisierung von Kampagnen ist) lässt sich oft einfach nicht leisten, wenn man den ganzen Tag arbeiten muss…. Auf der anderen Seite wurde von den amerikanischen Gruppen die damit verbundenen Fallstricke problematisiert: Abhängigkeit von Stiftungen, bei denen man sich immer wieder ums neue um Gelder bewerben muss – und die nicht selten von fragwürdigen Akteur_innen finanziert werden.“

Angeschoben wird damit eine neue Diskussion um die Möglichkeiten und Grenzen des Community Organizing, die CO nicht mit einer Ideologie einer auf drei Säulen ruhenden Gesellschaft (s.o.) identifiziert.

“Die Hamburger Bewegung für das Recht auf Stadt war in der Regel vor allem dort erfolgreich, wo sich Betroffene aus ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammengeschlossen haben und über einen längeren Zeitraum gemeinsam agiert haben. Um langfristig mehr Menschen einzubinden lohnt es sich, sich genauer mit damit zu beschäftigen, mit welchen Methoden die Bewegungen in anderen Ländern erfolgreich sind. Auch wenn es hier bereits Erfahrungen mit Community Organizing gibt, wäre es wünschenswert, wenn die damit verbundenen Ansätze und die Bedeutung für das Recht auf Stadt stärker diskutiert würden.“

Notwendig und möglich ist eine Aneignung von Community Organizing durch die Sozialen Bewegungen, wie sie auch in der Selbstreflexion des Rights to the City in den USA bei Fisher u.a., 2013 angestrebt wird. Denn CO kann wesentliche Beiträge zu einem „Change“ leisten, der von vielen Sozialen Bewegungen angestrebt wird:

CO verbindet die Mikro-Ebene der Menschen mit ihren scheinbar privaten Sorgen, ihren Emotionen und Lebensvorstellungen mit der Meso-Ebene der sozialen Beziehungen und der gemeinschaftlichen Themen sowie mit der Makro-Ebene der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wirklichkeit.

CO kann ein Weg sein, für das Sich-Einmischen von Menschen und Gruppen, die sonst kaum etwas zu sagen haben

  • auf der Grundlage der Eigeninteressen und der Menschen- und Sozialrechte,
  • durch ein Netz von sozialen Beziehungen,
  • in der Erringung von konkreten, fühlbaren.

So kann CO als ein Weg aus der empfundenen Ohnmacht weiter entwickelt werden.  


Literatur

(über die verlinkten Texte hinaus):

  • Atlas, John (2010): Seeds of change: The story of ACORN, America‘s most controversial antipoverty community organizing group. 1. Aufl. Nashville
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  • Birke, Peter (2010): Die große Wut und die kleinen Schritte. Gewerkschaftliches Organizing zwischen Protest und Projekt. Berlin
  • Bobo, Kimberley A.; Kendall, Jackie; Max, Steve (1991): Organizing for social change: A manual for activists in the 1990‘s. Washington
  • Bremme, Peter; Fürniß, Ulrike; Meinicke, Ulrich (2007): Never work alone. Organizing - ein Zukunftsmodell für Gewerkschaften: Hamburg
  • Butzlaff, Felix; Hoeft, Christoph; Kopp, Julia (2013): "Wir lassen nicht mehr alles mit uns machen". Bürgerproteste an und um den öffentlichen Raum, Infrastruktur und Stadtentwicklung. In: Walter, Franz; Marg, Stine; Geiges, Lars; Butzlaff, Felix (Hg.): Die neue Macht der Bürger. Was motiviert die Protestbewegungen? BP-Gesellschaftsstudie. 1. Auflage., S. 46–91.
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  • Fisher, Robert (1994): Let the people decide. Neighborhood organizing in America. Updated ed. New York ;Toronto ;New York
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  • Kornberger, Frank; Ruber, Wolfgang; Kolb. Joachim (1.11.2008): Organizing: Strategie und Praxis: o.Ort, kp-edition polisphere.
  • Mann, Eric (2011): Transformatives Organizing: Praxistheorie und theoriegeleitete Praxis: Übersetzung von Ausschnitten eines 2011 erschienenen Buches. In: Rosa-Luxemburg.Stiftung - Standpunkte 29 / 2011, H. 29. Online verfügbar unter http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Standpunkte/Standpunkte_29-2011.pdf
  • Maruschke, Robert (2014): Community Organizing. Zwischen Revolution und Herrschaftssicherung ; eine kritische Einführung. 1. Aufl. Münster
  • Maruschke, Robert (2014): Community Organizing. Zwischen Bürgerplattform und revolutionärer Perspektive. In: Holm, Andrej (Hg.): Reclaim Berlin. Soziale Kämpfe in der neoliberalen Stadt. Berlin, Hamburg, S.223–249.
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  • Rathke, Wade (October 2012): Roots and Branches of Community Organizing. Prepared for Japanese Institute for Labor Policy. Tokyo, http://chieforganizer.org/wp-content/uploads/2012/10/Roots-and-Branches-of-Community-Organization.Tokyo_.October2012.1.pdf
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  • Rothschuh, Michael (2013): Politik und Community Organizing. Aktuelle Entwicklungen in den USA. In: Forum Sozial, H. 3, S. 52–55
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  • The Labor Community Strategy Center, o.Jahr: What is Transformative Organizing? http://www.thestrategycenter.org/transformative-organizing
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  • Wetzel, Detlef (Hg.) (2013 - November): Organizing. Die Veränderung der gewerkschaftlichen Praxis durch das Prinzip Beteiligung. beigefügt: Organizing-Handbuch. Hamburg

Landkarte: Community Organizing und Recht auf Stadt in Deutschland

Kartengrundlage: openstreetmap.org (cc), Einträge Rothschuh (cc): Gewerkschaftliches Organizing, Community Organizing und Recht auf Stadt –ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Dezember 2014.