| Projekt "¡Adentro!" - Spanischsprechende Seniorinnen und Senioren mischen sich ein |
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| Carmen Behrens |
| (22. 02. 2004) |
Kontakt:Carmen Behrens, ¡Adentro!® Europa, Hallerstraße 5E, 20140 Hamburg, Tel.: 0 40/4 20 29 94, Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. (Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um ein Referat bei der Jahrestagung Stadtteilarbeit 2003 "MigrantInnen im Stadtteil" (19.-21.01.03 in Hannover) Als erstes möchte ich mich vorstellen: mein Name ist Carmen Behrens, in Spanien geboren und seit 1957 in Deutschland. Foto: Adentro-Seminar Mai 2002 Biographiearbeit Als Teilnehmerin war ich von Anfang an dabei und heute arbeite ich als Dozentin mit den Teilnehmern in den Seminaren von ¡Adentro! zu den Themen "Philosophie und Ansatz von !Adentro! und der "Biographiearbeit und Collage"Diese Arbeit gibt mir die fachliche Basis und Sicherheit sagen zu können wie Seniorenarbeit mit Emigrant/innen sein sollte. An erster Stelle muss die gegenseitige Verständigung stehen. Nicht nur der Respekt, sondern die sprachliche Verständigung. Was heißt das konkret? Ein der deutschen Sprache nicht kundiger Mensch wird dem besten Internetkurs auf deutsch wenig abgewinnen können. Die damaligen "Gastarbeiter" sollten zurückkehren und die Integration sowie Vermittlung der deutschen Sprache war bis heute nicht das vordringliche Ziel der deutschen Ausländer- oder Integrationspolitik. Die Spanier gehören zu den ersten, die nach Deutschland kamen und sind ein gutes Beispiel für den Migrationzyklus ganzer Generationen und Gruppen von Migranten. – Die damaligen "Gastarbeiter" haben den Großteil ihres Lebens in Deutschland gelebt, aber viele haben sich hier nicht eingelebt und sogar diejenigen, die das Deutsche gut verstehen können, möchten nicht in ihren alten Tagen nur durch "Leistungen" Eintritt in diese Gesellschaft bekommen. Anders ausgedrückt, sie möchten endlich so akzeptiert werden, wie sie sind und nicht so, wie wir glauben, wie sie sein sollten. Man muss die Interessen der älteren Migranten/innen wecken, denn sie glauben wenig an sich selbst und ihre Fähigkeiten. Mit der normalen "Seniorenarbeit" ist diese Gruppe Menschen in der Regel daher nicht zu erreichen. Kurse und Veranstaltungen werden kaum angenommen von den älteren Migranten/innen, wenn man nicht zuvor mit ihnen gearbeitet hat. Wir fordern und fördern sie zum Beispiel in dem wir versuchen, im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten die "verlorene" Persönlichkeit neu zu entdecken. Die spanisch sprechenden Senioren werden in vielen Fällen, meistens wenn es mit der deutschen Sprache hapert, von den eigenen Enkelkindern nicht ernst genommen. Die eigenen Kinder haben damals als Dolmetscher fungiert und so haben viele Migranten/innen ihrer Rolle als Familienoberhaupt nicht gerecht werden können. Im Programm ¡Adentro! lernen die älteren Migranten/innen ihre Persönlichkeit neu zu definieren. Als erstes machen wir mit ihnen eine Collage mit der Bitte, eine Landschaft zu suchen, die sie an ihren Geburtsort erinnert und dann sollen sie das "heute und hier" einfügen". Sie selbst erstaunen über die Resultate. Die Collage stellt den Anfang und den Einstieg in die Biographiearbeit dar. Denn die Collage öffnet die Teilnehmer und ermöglicht unter entsprechender Anleitung die kritische Rekonstruktion der eigenen Biographie. Dieses Vorgehen ist zur Erreichung der Ziele von !Adentro! unerlässlich. Die Wiederspiegelung und das Erkennen der herrschenden sozialen Strukturen sowie relevanter historischer Daten und Ereignisse auf die eigene Person vermitteln denjenigen, die sich mit dem eigenen Lebensweg auseinander setzen, ein hohes Maß an individueller Realitätskontrolle, die als Basis und Garant jedweder sozialer Handlungsfähigkeit gilt. Die biographische Forschung hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Stellenwert erhalten. In unserer Arbeit soll es darum gehen, dem Einzelnen auf der Suche nach den Spuren der eigenen Lebensgeschichte behilflich zu sein und Verständnis für seine spezielle Lebenssituation zu entwickeln. Die Basis für eine solche Arbeit setzt sich unter anderem aus den folgenden Elementen zusammen:
Das Projekt ¡Adentro!® -Deutschland findet 3x im Jahr in Form eines 3 tätigen Seminars statt. Die Seminare werden in spanischer Sprache gehalten. Die Teilnehmer kommen überwiegend aus den Spanischen Elternvereinen, der Caritas, den Spanischen Missionen und spanischen Clubs. Um an dem Projekt teilzunehmen zu können, sind alle 3 Seminare zu belegen. Es gibt keinerlei Einschränkungen, was das Alter oder die Schulausbildung betrifft. Die Teilnahme ist kostenlos.
So wie wir wissen, dass die Migranten von einst heute europäische Bürger sind, müssen diese ihre passive Rolle aufgeben damit sie wissen, wie man Forderungen stellt und - wenn nötig - das ihnen gesetzlich zustehende durchsetzt. Genauso glauben wir, dass eine neue Interpretation nötig ist von dem, was Altenhilfe oder Altenpflege sein sollte, wenn deren Klientel von Tag zu Tag mehr aus denen besteht, die die Migranten von einst waren.
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