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Schulgeländeumgestaltung durch Elterninitiative

Geschrieben von Wolfgang Buhr am .

Kontakt:

Förderverein der
Grundschule/Orientierungsstufe Kastanienhof in Limmer e.V.
Harenberger Str. 29
30453 Hannover

Dipl.-Ing. Wolfgang Buhr (Landschaftsplaner)
mittlerweile zu erreichen über:
Planungsbüro Buhr
Weidenweg 27 c, 26789 Leer
Tel: 0491-9791638, Fax: 0491-9791645
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.planungsbuero-buhr.de


I.1. Ausgangssituation

Die Grundschule und Orientierungsstufe "Kastanienhof" (früher Grundschule Harenberger Straße) liegt im Zentrum Limmers.
Der Stadtteil Limmer, zunächst ländlich geprägter Vorort Hannovers, entwickelte sich im Laufe des letzten Jahrhunderts zu einem wichtigen Gewerbestandort. Das dichte Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe prägt bis heute das heterogene Erscheinungsbild des Stadtteils. Die rasche städtebauliche Entwicklung folgte offenbar zu stark wirtschaftlichen Interessen und ging zu Lasten nutzbarer Grünflächen für Freizeit, Erholung und Spiel. Die Wohnumfeldqualität im gesamten Stadtteil ist vergleichsweise gering.

Wie der benachbarte Stadtteil Linden, ist Limmer durch einen niedrigen sozialen Status quo und einen hohen Ausländeranteil geprägt. Treffpunkte für stadtteilbezogene Kommunikation sind insbesondere kirchliche Einrichtungen, Gaststätten und Bars. Einzige freie Spiel- und Erlebnisorte für Kinder und Jugendliche sind städtische Kinderspielplätze, i. d. R. ohne Erlebnischarakter oder an vielbefahrenen Straßen gelegen - und die Straße selbst. Fehlende kulturelle Angebote im Stadtteil verstärken die bestehenden Missstände.
Das vor einigen Jahren von Limmeraner Bürgern ins Leben gerufene Projekt "Kastanienhof" hat sich zum Ziel gesetzt, einen zentralen Stadtteiltreffpunkt für jeden Limmeraner zu schaffen. Ein solcher Treffpunkt soll das Schulgelände der Grundschule und Orientierungsstufe "Kastanienhof" sein.
Seit 1994 wird in den Räumen der Schule ein breitgefächertes Kultur- und Sportprogramm für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen zu günstigen Preisen oder unentgeltlich angeboten. Mit in das Projekt integriert sein sollte aber auch die freie Nutzung des Schulhofgeländes für die Zeit nach dem Schulbetrieb und an den Wochenenden. Während das kulturelle und sportliche Angebot stark frequentiert und ständig erweitert wird, wurde der Schulhof als Kinder- und Jugendtreffpunkt nicht angenommen. Die Gründe hierfür waren, neben (vorübergehenden) organisatorischen Schwierigkeiten (Öffnung und Schließen des Geländes), insbesondere die Unattraktivität des Schulhofes im ursprünglichen Zustand. Nur für Ballspiele, insbesondere Fußball, wurde der in weiten Teilen asphaltierte Hof gelegentlich genutzt.
Unabhängig von den Problemen des Treffpunktes "Kastanienhof" bestand bereits seit einigen Jahren seitens des Lehrerkollegiums, aber auch Teilen der Elternschaft und der danach befragten Schüler, der Wunsch nach einer kindgerechten Umgestaltung des Schulgeländes.
1994 wurde der "Förderverein der Grundschule/Orientierungsstufe Kastanienhof in Limmer e.V." von anfangs 33 engagierten Eltern gegründet, die Mitgliederzahl konnte inzwischen auf fast 80 erhöht werden. Aus diesem Förderverein entstand schließlich die "AG Schulhofumgestaltung", die sich im Sommer 1996, das hier beschriebene Projekt auf den Weg zu bringen.


I.2. Schuldaten

Mit Beginn des Schuljahres 96/97 unterrichten 24 Lehrkräfte (einschließlich solcher über Abordnungs- und Kooperationsverträge Beschäftigter) und 231 Schüler (Klassen 1 - 6).
Das Schulgelände umfasst insgesamt eine Fläche von ca. 1,96 ha. Zu diesem gehören neben dem eigentlichen Schulkomplex ein benachbarter Sporthallenneubau, ein Pavillon (Vorschule), eine Zufahrtsstraße mit Wendeschleife und Pkw-Parkplätzen, ein Schulgarten sowie der Schulhof.
Die Schule liegt im Zentrum Limmers, so dass eine kurze fußläufige Erreichbarkeit aus allen Teilen des Stadtteils gegeben ist. Die Stadtbahnlinie 10 hält in unmittelbarer Nähe der Zufahrtsstraße zum Schulgelände.


I.2. Wie kam es zu dem Projekt?

Es folgt eine chronologische Darstellung der Ereignisse vor der tatsächlichen Realisierung der Schulgeländeumgestaltung:

1993

  • Die Idee einer Schulhofumgestaltung wird im Kreis des Lehrerkollegiums thematisiert. Versuch, über die schulinterne Lehrerfortbildung (Schilf) Vorhaben zu konkretisieren.

1994

  • Schulfest; Spenden werden zweckgebunden gesammelt für Aktionen zur Schaffung von zusätzlichen Spielmöglichkeiten auf dem Schulhof. Von einem Teil der Spendengelder werden Klassensätze von Spielgeräten für die Pausenzeit auf dem Schulhof angeschafft.

  • Auf Initiative einer Mutter hin malen Schüler verschiedener Jahrgänge ihren Traumschulhof. Daraufhin erstellt sie einen Fragebogen und verteilt ihn an 40 Schüler.

  • Aktionstag: Finanziert aus Spendengeldern vom Schulfest werden mit Farbe Spiele (Hüpfspiele, Schach u. ä.) auf die Asphaltfläche gemalt.

1995

  • Mit Hilfe des Grünflächenamtes werden Autoreifen zu Spielzwecken eingegraben.

  • Eltern und Lehrer bringen an der Wand des Schulgebäudes zwei Basketballkörbe an. Diese werden kurz darauf gestohlen.

  • Ein Elternvertreter der Schule informiert sich bei Frau von der Heyde (Bezirksregierung Hannover) über die bestehenden Möglichkeiten bei Umgestaltungen des Schulgeländes beratend, finanziell u.s.w. unterstützt zu werden. Frau von der Heyde begleitet das Vorhaben seitdem durch Beratung und zur Verfügung gestellte Informationsmaterialien.

  • Elternvertreter stellt die Möglichkeit und die Vorteile einer umfassenden Schulgeländeumgestaltung unter ökologischen Gesichtspunkten in einer Schulelternratssitzung vor. Die Schulleitung unterstützt das Vorhaben und informiert das Lehrerkollegium.

1996

  • Die Schulleitung sowie der Förderverein der Schule beantragen eine finanzielle Unterstützung zur Umgestaltung des Schulhofes beim Bezirksrat Linden-Limmer. Die für den Antrag notwendigen Planungsleistungen übernimmt eine studierte Landschaftsplanerin und Limmeranerin unentgeltlich.

  • Im Rahmen der ersten Mitgliederversammlung des Fördervereins wird die ökologische Umgestaltung des Schulgeländes zum Ziel erklärt. Es bildet sich spontan eine Projektgruppe, der im August 96 zehn Personen (3 Lehrer, 7 Eltern, Schulleiterin) angehören.

  • Auf Elterninitiative hin werden großformatige Baumteile (Stämme, Aststücke und Baumscheiben) kostenfrei vom Wasserwirtschaftsamt auf den Schulhof geliefert. Das Wasserwirtschaftsamt bietet weitere Hilfe an.

  • Vertreter der Projektgruppe besuchen einen Vortrag von Heinrich Benjes über Möglichkeiten der ökologischen Umgestaltung von Schulhöfen.

  • Die Projektgruppe informiert sich bei Herrn Reese (Leiter des Schulbiologiezentrums Hannover) über Möglichkeiten, Probleme, Vorgehensweisen, Ansprechpartner u.s.w. in Sachen Schulhofumgestaltung.

  • Die Schulleitung lädt Herrn Reese zur Besichtigung des Schulgeländes und zum weiteren Informationsaustausch in die Schule ein. Herr Reese bietet weitere Hilfe an.

  • Im Rahmen einer Projektwoche werden verschiedene Themen mit Bezug zur bevorstehenden Schulhofumgestaltung mit den Schülern aufgearbeitet und bei der Projektwochen-Abschlussveranstaltung öffentlich vorgestellt.

  • Die Schule "Kastanienhof" nimmt an der vom Kultusministerium ausgeschriebenen Aktion "Umweltschule in Europa" teil.

  • Projektgruppe informiert sich bei Auftaktveranstaltung der Aktion "Umweltschule in Europa".


II. Dokumentation (Projektjahr 1996/97)

Etwa zeitgleich mit der Anmeldung zur Teilnahme am Projekt "Umweltschule in Europa" begann die Projektgruppe im Sommer 1996 die Vorstellungen aller Mitwirkenden betreffend der Schulhofumgestaltung in einem - damals noch - visionären Leitbild zum Ausdruck zu bringen.

Leitbild:

  • Ein möglichst großer Teil des Schulgeländes ist zu entsiegeln (Grundwasserspeisung, Oberflächenwasserabfluss, Kleinklima, Verletzungsgefahr).

  • Das Gelände soll labyrinthhaft verbundene Spiel- und Funktionsräume enthalten, die die Sinne, Bewegungen, Phantasie und Tätigkeiten der Kinder auf verschiedene Weise stimulieren und auch Möglichkeiten zum Zurückziehen und Verstecken bieten sollen.

  • Bei der Gestaltung sollen möglichst viele natürliche Materialien und elementare Baustoffe (z. B. unterschiedliche Natursteine, Ziegel, Rindenmulch u.s.w.) Verwendung finden, um das freie Spiel anzuregen aber auch das "Begreifen" zu ermöglichen.

  • Auf kostspielige Gerüste (Fertigbauteile) soll verzichtet werden zugunsten kreativ und abwechslungsreich zu gestaltender Spielmöglichkeiten (Hügel, Gruben, Büsche, Hütten, Höhlen und Tunnel). Außerdem sollen den Kindern veränderbare Spiel-, Erfahrungs- und Bewegungsmöglichkeiten (z. B. Holzstämme, Bretter, Seile, Autoreifen) zur Verfügung stehen, damit sie sich entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse ihre Bewegungsanlässe immer wieder neu selbst schaffen können. Bei Gegenständen solcher Art besteht im Gegensatz zu herkömmlichen Spielgeräten zudem nicht die Gefahr, dass sie zerstört werden, was der Öffnung des Schulgeländes entgegen kommt.

  • Das naturnah gestaltete Gelände soll den Kindern die Möglichkeit geben, die direkte natürliche Umwelt und die jahreszeitlichen Veränderungen mit allen Sinnen wahrzunehmen.

  • Das Schulgelände soll überwiegend mit einheimischen Gehölzen begrünt und gestaltet werden.

  • Die Gestaltung soll unterschiedlichen Funktionen gerecht werden:

    • Berücksichtigung der Aktivitäts-, Ruhe- und Erlebnisbedürfnisse der Kinder während der Pausen.

    • Einbeziehung des gesamten Schulgeländes in den Unterricht; Integration des Lernortes Schulgelände in die Umwelt- und Bewegungserziehung.

    • Nachmittags steht das Schulgelände als Treffpunkt für alle offen. Möglichkeiten für Sport, Spiel, Naturerfahrung, Erholung und Kommunikation.

  • Schulgelände- (Treffpunkt-) gestaltung als immerwährender, dynamischer Prozess unter Mitwirkung der Schüler, der übrigen Stadtteilbevölkerung und anderer Interessierter.

Dieses Leitbild stellte den späteren Wunschzustand dar. Bei der Formulierung des Leitbildes war in der Gruppe zum ersten Mal Begeisterung zu spüren, hervorgerufen durch die "inneren Bilder" der Einzelnen. Notwendig war die Erarbeitung des gemeinsamen Leitbildes, um ein konstruktives miteinander Planen und Arbeiten sinnvoll und möglich zu machen.
Das Wunsch-(Leit-)bild im Kopf, machte sich die Projektgruppe noch im Sommer 1996 an die konkrete Planung der Schulgeländeumgestaltung. Einig war man sich, dass aufgrund der Komplexität der Planungsaufgaben und der Fülle bekannter und noch unbekannter Schwierigkeiten nur eine schrittweise Umsetzung in Frage kommt und ein strenger Zeitplan zur Realisierung der Sache nicht dienlich wäre.
In Anlehnung an das im Sommer 1996 erarbeitete Konzept zur Umgestaltung des Schulgeländes möchten wir im folgenden die formulierten Einzelschritte aufgreifen und sie dem tatsächlich Realisierten gegenüberstellen. Zwischen der Nummerierung der aufgeführten Einzelschritte und dem Zeitpunkt der Realisierung besteht dabei kein Zusammenhang.


II.1. Was wir erreichen wollten und was aus unseren Plänen wurde!

1. Schritt: Kurzfristig verwirklicht werden soll eine engere Zusammenarbeit der Projektgruppen "Kastanienhof" und "Schulgeländeumgestaltung".

Vertreter unserer Projektgruppe erläutern Möglichkeiten und Nutzen einer Schulgeländeumgestaltung. Eine enge Kooperation der beiden Projekte - "Kulturarbeit" und "Gestaltung des Treffpunktes" - wird spontan vereinbart und bis heute mit großem Erfolg, insbesondere auf der Ebene der Öffentlichkeitsarbeit, fortgeführt.

2. Schritt: Einbeziehung möglichst vieler Personen und Institutionen in den Planungsprozess. Die Projektgruppe verspricht sich davon mehr Akzeptanz und Hilfsbereitschaft im Stadtteil aber auch konkrete Anregungen und Kritik am Vorhaben.

Zu den ab Herbst 1996 bei Projektgruppentreffen im Vordergrund stehenden (um-) gestalterischen Planungen werden mehrfach Eltern und Bürger durch Plakate, Handzettel und Elternbriefe eingeladen. Die Resonanz war nicht übermäßig gut, dennoch wuchs der Stamm der Projektgruppe kontinuierlich an. Deutlich festzustellen war, dass direkte Ansprache motivierender wirkte als anonyme Zettel. In den ersten Wochen war auch eine relativ große Fluktuation der an dem Projekt Mitwirkenden zu verzeichnen.

3. Schritt: Über bestehende Kontakte zu politischen Parteien, der Kirchengemeinde, dem "Arbeitskreis Stadtteilentwicklung u. ä. soll das Projekt publik gemacht werden. Angestrebt ist auch eine Veröffentlichung in der Stadtteilbeilage der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Neben der reinen Informationen sollen auch Interessierte zur Mitarbeit ermutigt werden.

  • Im Frühjahr 1997 wurde über eine der Projektgruppe angehörende Bezirksratspolitikerin (Linden-Limmer) ein Antrag auf Ausdehnung der Öffnungszeiten des Schulgeländes und auf Aufhebung des Verbotes, Fahrräder u. ä. auf dem Schulgelände zu benutzen, gestellt. Auf politischer Ebene wurde diesem entsprochen.

  • Der in Limmer aktive "Arbeitskreis Stadtteilentwicklung" hat für die praktische Umsetzung der Schulgeländeumgestaltung seine Hilfe angeboten.

  • Im Zusammenhang mit dem im "Kastanienhof" organisierten Vortrag von Herrn Benjes ("Holunderschule") berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung im Februar von der Arbeit der Projektgruppe.

  • Der 1997 neugewählte Vorstand des Fördervereins hat sich der Aufgabe der weiteren Finanzmittelbeschaffung engagiert angenommen. So wurden "Werbebroschüren" (Informationen, Fotos) erarbeitet und mit diesen potentielle Geldgeber im Stadtteil aber auch darüber hinaus angesprochen. Das Schützenfest im Stadtteil wurde für eine Werbeaktion genutzt.

4. Schritt: Der passionierte Schulhof-Umgestalter Heinrich Benjes soll zum nächstmöglichen Termin eingeladen werden. Die Projektgruppe möchte mittels seiner mitreißenden und überzeugenden Art der Vortragsgestaltung erreichen möglichst viele interessierte Bürger zu informieren und evtl. zur Mitarbeit zu motivieren. Anschließend soll die von H. Benjes gegründete "Holunderschule" den weiteren Fortgang des Projektes durch Planungsvorschläge, Beratung u.s.w. begleiten. Die Projektgruppe wird sich im Rahmen des Vortrages auch vorstellen. Die Presse wird informiert werden.

In Absprache mit der Deutschen Umwelthilfe gelang es, dass Herr Benjes seinen Vortrag "Was hat ein Grashüpfer..." im Kastanienhof am 28.01.97 hielt. Auch hierzu wurden wieder Eltern, Bürger und Presse eingeladen.
Die Presse (HAZ) war leider nicht anwesend, veröffentlichte aber ein paar Wochen später einen allgemeinen informierenden Artikel. Erfreulicherweise war der Zuspruch (ca. 150 Besucher) groß, einziger Wermutstropfen war die geringe Beteiligung aus dem Stadtteil.
Die Projektgruppe verband den Vortragstermin von Herrn Benjes mit einer Einladung des passionierten Schulhof-Umgestalters zu einem Arbeits- und Klönbesuch im Kastanienhof. Herr Benjes reiste am Nachmittag an, so dass genügend Zeit für eine Schulgeländebegehung blieb, die nahtlos in ein gemütliches Abendbrot mit angeregter Schulhofunterhaltung überging. Anschließend fand der Vortrag (ausgezeichnet!) statt.
Die Informationen von Herrn Benjes bestätigten die bisherige Planungs- und Projektarbeit. Das mehrstündige Gespräch mit Herrn Benjes ermutigte uns, auf die sicher verlockende Hilfe der Holunderschule für die weitere Arbeit zu verzichten. Hauptgründe waren sicherlich das weit fortgeschrittene Planungsstadium, in dem sich die Gruppe befand (die Anfangsschwierigkeiten waren überwunden) und die Tatsache, dass drei ausgebildete Landschaftsplaner (Schuleltern) mittlerweile das Vorhaben direkt begleiteten. In dieser Situation wirkte auch das Einsparen des (sicherlich absolut angemessenen) Honorares für die Holunderschule verlockend.

5. Schritt: Baldmöglichst wird die Projektgruppe / Schulleitung Kontakt mit dem Schulträger aufnehmen, um ihn von den vielleicht / hoffentlich umwälzenden Gestaltungsideen in Kenntnis zu setzen. Die abgeschlossenen Gestaltungsaktivitäten auf dem Schulgelände Reifenspiel, Basketballplatz, Fahrradparcours) fanden in enger Abstimmung mit der zuständigen Behörde statt.

Seit Beginn der Planungsarbeit im Herbst 1996 wurde das Schulamt regelmäßig über die bevorstehenden Veränderungen unterrichtet.
Im April 1997 fand ein umfassender Abstimmungstermin auf dem Gelände des Kastanienhofes mit allen zuständigen Behörden und Institutionen statt (Schul-, Grünflächen-, Tiefbau- und Entwässerungsamt, Feuerwehr). In den Monaten Mai und Juni, fanden aufgrund der unmittelbar bevorstehenden Umgestaltungsmaßnahmen zahlreiche Ortstermine mit Schul- und Tiefbauamt und auch Tiefbauunternehmen statt.
Die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Schulamt und dem Tiefbauamt und deren Hilfsbereitschaft möchten wir an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben.

6. Schritt: Da das Gebäude, in dem die Grundschule untergebracht ist, als Baudenkmal besonderen Bestimmungen unterliegt, wird auch Kontakt mit dem Amt für Denkmalschutz aufgenommen.

Im Bereich des denkmalgeschützten Gebäudeteils sind keine den Baudenkmalschutz betreffenden Maßnahmen vorgesehen, so dass Konflikte ausgeschlossen und Abstimmungen mit der zuständigen Behörde nicht notwendig wurden.

7. Schritt: Die Projektgruppe wird zum geeigneten Zeitpunkt einen Informations- und Fragebogen in der Schule aber auch im gesamten Stadtteil verteilen. Neben Informationen zur Schulgeländeumgestaltung erhalten die Limmeraner einen Fragebogen, der das Maß der Bereitschaft zur Mithilfe jedes einzelnen erfassen soll. Denkbare anzukreuzende Kategorien wären: leichte Arbeiten, schwere Arbeiten, kann Maschine besorgen und / oder bedienen, stifte Pflanzen u.s.w..

Nach Abschluss der Planungsarbeit im April 1997 sollte die praktische Umsetzung der ersten Maßnahmen so schnell wie möglich vorbereitet werden.
Die anstehenden Arbeiten waren allein von hilfswilligen Eltern, Lehrern, Schülern und Bürgern nicht zu leisten. Für die Entsiegelung von ca. 2000 m² Pflaster- und größtenteils Asphaltflächen war auch erheblicher Maschineneinsatz notwendig.
Nach erfolgter terminlicher und arbeitstechnischer Koordination wurden von der Projektgruppe kombinierte Informations- und Fragebogen an die Eltern verteilt, um deren Bereitschaft zur Mithilfe (plus mitzubringendes Arbeitsmaterial) abzufragen. Sehr hilfreich bei der Erstellung des Fragebogens waren die Auskünfte von Frau Gutowski (Schule "In den sieben Stücken"). Sie war unserer Einladung zu einem abendlichen Projekttreffen zu kommen gerne gefolgt und gab uns ausführliche und hilfreiche Tipps zur Vorbereitung und Durchführung des 1. Aktionstages zur Schulgeländeumgestaltung.

8. Schritt: Obwohl bereits ein großer Teil des Lehrerkollegiums eine ökologische Schulgeländeumgestaltung prinzipiell befürwortet und seine aktive Mithilfe im Rahmen der baulichen Umgestaltung signalisiert hat, sollen weitergehende Informationen und Gespräche die Bereitschaft fördern, Umwelterziehung fächerübergreifend und, vor allem wünschenswert, langfristig in den Unterricht zu integrieren. Gerade H. Benjes könnte hier wichtige Anstöße für die Einbeziehung eines naturnäher gestalteten Schulgeländes in den Schulalltag geben. Herr Reese (Schulbiologiezentrum) verfügt über ähnliches Motivationstalent. Da er selber an der Grundschule Harenberger Straße als Lehrer tätig war und hier den vorhandenen Schulgarten einrichtete, möchte er unbedingt in den weiteren Prozess mit eingebunden werden. Das von Herrn Reese geleitete Schulbiologiezentrum bietet Fortbildungsseminare für Lehrer an, deren Inhalte und Themen Grundlage für einen Einstieg in eine neue Dimension des naturbezogenen Unterrichts sein könnten.

Ein wesentliches Ziel war, im Rahmen des Projektes die Umwelterziehung an der Schule zu fördern und Lehrer und Schüler in den Projektfortgang einzubeziehen.
Gegen Ende des abgelaufenen Projektjahres ist fast das ganze Lehrerkollegium in unterschiedlichster Weise aktiv an dem Projekt beteiligt gewesen. Alleine 4 Lehrkräfte gehören dem Stamm der Projektgruppe an. Gerade diese hatten sicherlich großen Anteil daran, dass das Kollegium immer auf dem neuesten Stand der Dinge war. Häufig besuchten Lehrkräfte die Projekttreffen, um sich vor Ort zu informieren. An den ersten Aktionstagen 1997 wurden 12 Lehrer aktiv!
Auch unter den Kindern hat sich mittlerweile die Nachricht von den "natürlichen Veränderungen" auf ihrem Schulhof herumgesprochen. Die Informationen erhalten die Kinder u. a. durch im Eingangsbereich der Schule aufgestellte Fotodokumentationen über die Projektarbeit (mit erklärendem Text), ihre Lehrer oder im Rahmen von Projektwochen. Tätig geworden sind Schüler ebenso auf vielfältige Weise: Organisierte und vor der Schule abgeladene Backsteine für eine Trockenmauer oder die Sitzflächen des Freiluftklassenzimmers wurde in ein paar Unterrichtsstunden geschleppt und ordnungsgemäß zwischengelagert.
Im Sommer 97 ist ein Projekt geplant, in dem die Schüler einer 6. Klasse wiederum organisierte großformatige Kalksandsteine (0,5-3 t Gewicht) behauen. Die Steinblöcke werden voraussichtlich Sitzgelegenheiten oder, oder, oder.. abgeben, aber auf jeden Fall wunderschöne Gestaltungselemente sein.

9. Schritt: Der Hausmeister soll von Anfang an in das Projekt "Schulhofgestaltung" einbezogen werden.

Der Hausmeister unterstützte das Projekt anfangs grundsätzlich. An mehreren Projekttreffen nahm er teil und nahm durch Äußerung von Anregungen und Bedenken Einfluss auf den Planungsprozess. An Aktionstagen war er ebenfalls behilflich.

Fazit:

Das, was wir (die Projektgruppe) uns erträumt hatten, haben wir erreichen können. Trotz der Fülle der im Sommer 1996 gesteckten Ziele (s.o.) hatten sich die Projektgruppenmitglieder vorgenommen, in Ruhe die anstehenden organisatorischen und gestalterischen Aufgaben anzugehen. Belohnt wurden Fleiß und Geduld mit den wirklich geglückten Aktionswochenenden - und dem attraktiven Erscheinungsbild des Schulgeländes nach der Umgestaltung!


II.2. Planungsprozess in der Gruppe

Seit Herbst 1996 kommen zu den Projektgruppentreffen, die etwa alle 2-3 Wochen stattfanden, 8-12 Frauen und Männer, wobei insbesondere zu Beginn noch eine recht große Fluktuation herrschte. Seit dem Jahreswechsel hat sich ein Stamm von ca. 10 Mitgliedern abgezeichnet, ein Personenkreis, mit dem ein sehr konstruktive und effektive (viele Schultern) Arbeit möglich war und ist. Vereinzelt abschreckend wirkte zu Beginn die sich abzeichnende längere Planungsdauer bzw. der späte Beginn der Realisierung frühestens im Frühjahr 1997. (Zitat, Herbst 1996: "Ich verstehe überhaupt nicht, was hier so viel geredet wird, sollen wir uns nicht (mit Spitzhacke und Schaufel) am Wochenende auf dem Schulhof treffen?") Abgesehen davon war man sich innerhalb der Projektgruppe einig, dass ein stimmiges Gestaltungskonzept für das Schulgelände Bedingung und Grundlage für die Umsetzung sein muss.
Der grundlegende Planungsprozess zog sich aufgrund fehlender Kenntnisse und einer fast unüberschaubaren Palette an Gestaltungsmöglichkeiten aber auch einschränkenden Faktoren (z. B. Geld, Platz) bis Ende März 1997 hin.
Im Frühjahr 1997, als sich die konkrete Umsetzung der Entsiegelung und Bodenmodellierung abzuzeichnen begann, wuchsen auch die organisatorischen Anforderungen an die Gruppe. In der Folge ergaben sich wöchentlich Projekttreffen, dazu Ortstermine, Sponsorengespräche u.s.w. Das Ziel ganz nah vor Augen, wirkte die zusätzliche Arbeitsbelastung aber nicht abschreckend.
Positiv ist auch die gute personelle Zusammensetzung der Gruppe: die Schulleiterin hielt über das gesamte Jahr einen heißen Draht zum Hausmeister, zu den Ämtern, zum Projekt Kastanienhof und dem "Arbeitskreis Stadtteilentwicklung". Die Lehrerfraktion forcierte die Verbreitung des Planungsstandes im Lehrer- und Klassenzimmer und ließen das Blümlein "naturnaher Unterricht" kräftig sprießen. Die Projektwoche 1996 bot mehrere Projekte mit Natur- und Schulgeländebezug an. Zwei Projekte im Sommer 97 beschäftigen sich mit Bildhauerei (Steinblöcke für Schulgelände-Gestaltung) und dem Bau von Weiden-Lehmhütten.
Am meisten Spaß an den langen Planungs- und Organisationsabenden in der dunklen Jahreszeit machte sicherlich die Gestaltungsplanung für das Schulgelände.
Der Besuch und der Vortrag von Herrn Benjes kam Ende Januar gerade richtig, als die Planungsarbeit fortgeschritten aber noch lange nicht abgeschlossen war. Wir fanden unsere Planung bestätigt, bekamen gute ergänzende Anregungen und konnten auf Bedenken noch rechtzeitig reagieren.


II.3. Die Elemente der Planung

Entsiegelung/Asphalt aufnehmen

Die gebäudenahen Flächen des Schulgeländes waren großflächig asphaltiert. Zur Schaffung von verschiedenen Spiel- und Erlebnisräumen und versickerungsfähigen Flächen, sollten möglichst große Asphalt- und Pflasterflächen entsiegelt werden. Bei der Festlegung der zu entsiegelnden Flächen waren die notwendige Feuerwehrzufahrt, Zu- und Ausgänge zu den Gebäuden sowie schulbehördlich und feuerwehrtechnisch festgelegte Aufstell- und Bewegungsflächen zu berücksichtigen. Entbehrlich waren dann aber immerhin 2000 m² "tote" Fläche.
Insgesamt wurden mehrere hundert m³ Kies-Tragschicht und Asphalt fachgerecht entsorgt. Anschießend wurden ca. 600 m³ Füllboden geliefert und mit Hilfe eines Radladers eingebaut (s.a. Modellierung von Spielhügeln).
Auch die verbliebenen Asphaltflächen wurden in die Umgestaltung des Schulgeländes einbezogen und werden intensiv genutzt durch:

  • eine Basketballplatz mit zwei Körben
  • einen Fahrradparcour für Unterricht (Fahrradprüfung) und Freizeit
  • 2 Tischtennisplatten
  • kleiner Bolzplatz (Tor an fensterloser Wand aufgemalt)
  • geschwungene Feuerwehrzufahrt reizt zum Befahren mit Fahrrädern, Inlinern ...
  • Schülerleihe; von Schülern in den Pausen geführter Spielgeräteverleih (Pedalo, Reifen ...

Spielhügel

Auf dem Schulgelände, insbesondere im Bereich der zuvor entsiegelten Flächen, wurde eine Hügellandschaft modelliert. Insgesamt wurden auf dem Schulgelände ca. 900 m³ Füllboden mit schwerem Gerät eingebaut. "Die Spielhügel" übten von der ersten Pause an eine magische Anziehungskraft auf die Kinder aus. Die Kinder genossen es, durch Täler zu laufen (Schwungerlebnis), zu kraxeln, zu rutschen, sich zu verstecken. Integriert in die Hügellandschaft wurde ein großer halbierter Pappelstamm, der zwischen zwei "Hügelkämmen" die Funktion einer Brücke übernahm.

Freiluftklassenzimmer

Was für eine sinnliche Erfahrung! – Lernen im Freien. Insbesondere als Bereicherung des Unterrichts geplant, bietet das gestaltete Freiluftklassenzimmer in Form eines Amphitheaters auch für den Stadtteiltreffpunktgedanken einen echten, reizvollen Treffpunkt. Die runde Form gewährleistet eine guten Blickkontakt der Schüler zur lehrenden Person und schafft eine geschützte und heimelige Lernatmosphäre. Durch Verwendung großformatiger Sandsteinblöcke ist dieses Klassenzimmer vandalismussicher.

Bepflanzung

Nach den Bodenmodellierungsarbeiten zeichneten sich sehr schnell die Laufwege der kleinen und großen entdeckungsfreudigen Menschen auf den neu geschaffenen Flächen ab, so dass im Rahmen der anschließenden Bepflanzungsaktionen genau diese "Wege" ausgespart, also nicht bepflanzt, wurden. Verwendung fanden fast nur einheimische Sträucher und Kletterpflanzen. Da mit den großen Kastanien bereits ein imposanter und schattenspendender Baumbestand vorhanden war, beschränkten wir Baumpflanzungen auf wenige zentrale Punkte.
Die Bepflanzung insgesamt schafft eine freundliche, abwechslungsreiche Atmosphäre, regt zum Hinsehen, Hinlaufen, Berühren, Riechen, Essen, Verstecken ... an. Sie schafft Räume, so dass Ruhe- und Bewegungsorte auf natürliche Weise nebeneinander entstehen.

Ruhe und Aktivität

Vor der Umgestaltung des Schulgeländes teilte sich dieses in drei große überschaubare Flächen auf. Diese Flächen wurden nur überquert oder für Fußball genutzt. Die Kinder hielten sich in den Randbreichen auf, viele langweilten sich. Die Schaffung kleinerer, atmosphärisch erlebbarer Räume durch Neuanlage gliedernder Elemente (Hügel, Pflanzen, Steinblöcke, Wasserstelle, Sitzmöglichkeiten, Spielmöglichkeiten, Ballspielplätze usw.) ermöglicht ein Mehrfaches an Erfahrungs- und Erlebnismöglichkeiten für alle Altersgruppen und ermöglicht ein konfliktarmes Nebeneinander unterschiedlicher Funktionsräume.

Erreichbarkeit des Geländes

Am Anfang unterschätzt, erwiesen sich die Punkte Erreichbarkeit und Öffnungszeiten des Treffpunktgeländes als ebenso wichtige wie auch problematische Faktoren. Obwohl von Anfang an in die Planungen mit einbezogen, setzte sich der Hausmeister über die in Abstimmung mit der Schulbehörde erweiterten Öffnungszeiten für den Treffpunkt unter Berufung auf seine vertraglich fixierten Arbeitszeiten und –aufgaben hinweg. Das bedeutete nichts anderes, als dass die ersten zaghaften Ansätze der Nutzung des Außengeländes außerhalb der Schulzeiten durch verschlossene Türen und barsche Hinauswürfe im Keime erstickt wurden. Geöffnet sein sollte das Treffpunktgelände jeden Tag bis 18 Uhr (bzw. bis zum Dunkelwerden) auch in den Schulferien. In zähen Verhandlungen wurde der Hausmeistervertrag geändert. Da der Hausmeister nicht hinter dem Projekt steht, gibt es aber bis heute Probleme.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Schaffung eines weiteren Zuganges zum Gelände, um eine kurze Erreichbarkeit aus verschiedenen Teilen des Stadtteiles gewährleisten zu können. Der Zugang, samt Treppe, neuem Weg und Ruheplatz wurden von der Stadt Hannover erstellt. Zu resümieren bleibt: der Zugang ist bis heute meistens geschlossen....


II.4. Finanzierung

Bedingt durch die Tatsache, dass eine Reihe von Teilarbeiten direkt mit den jeweilig finanzierenden Stellen abgerechnet wurden, lassen sich die Kosten für die Umgestaltungsmaßnahme heute nur noch näherungsweise beziffern. Auf jeden Fall ist auch die Finanzierung der Schulhofumgestaltung weit überwiegend durch Elterninitiative sichergestellt worden: Rund 5.000,- DM hat der Förderverein durch eigene Aktionen (Basare etc.) eingenommen, rund 5.000,- DM Spenden konnten die Eltern bei örtlichen Wirtschaftsbetrieben sammeln, die Niedersächsische Umweltstiftung stellte einen Zuschuss in Höhe von 1.000,- DM zur Verfügung. Das "Bingo-Lotto" war von der Elterninitiative so angetan, dass aus dieser Lotterie sogar 10.400,- DM bereitgestellt wurden, der Bezirksrat bewilligte einen Antrag des Fördervereins in Höhe von 6.400,- DM, der Oberbürgermeister der Stadt Hannover trug aus seinem "Topf" für Schulsanierungsmassnahmen weitere 10.000,- DM bei und das Schulamt beteiligte sich mit 7.000,- DM. Insgesamt konnten so von den rührigen Eltern ca. 45.000,- DM zusammengesammelt werden, dazu kommen noch Bauleistungen des städtischen Tiefbauamtes in Höhe von mehreren tausend DM!


II.5 Die Umsetzung

Der in 1997 ursprünglich für 2 Tage angesetzte "1. Bauabschnitt" umfasste grundlegende, in den Bereich des Tiefbaus gehörende, Arbeiten, insbesondere die Entsiegelung von Asphalt aber auch kleineren Pflasterflächen. Wie befürchtet, waren das Aufnehmen von Basaltpflastersteinen (alte Wasserrinnen), Ziegelpflaster, das Aufhacken und Aufnehmen von Asphaltflächen mit Spitzhacken und Presslufthämmern schwerste körperliche Arbeiten.

Da es nicht die letzte Umgestaltungsaktion sein sollte, bemühten wir uns, das Rahmenprogramm für die Helfenden so angenehm wie möglich zu gestalten. So spendeten viele Eltern, Lehrer und Bürger Essen, das in Form eines Buffets die Entkräfteten wieder aufbauen sollte. Dazu wurde Freitagabend (nach getaner Arbeit) und Samstagmittag in gemütlicher Runde gegrillt. Der Förderverein stellte das Grillgut und die Getränke.
Die ganzen Aktionstage über waren nicht nur mit Schaufel und Schubkarre schwitzende HelferInnen im Einsatz, sondern auch solche, die besonders die kleineren Kinder betreuten (die meisten Kinder waren ja produktiv an der Aktion beteiligt), das Buffet organisierten, grillten, fotografierten u.s.w.
Erfreulicherweise war auch die Presse (2 Zeitungen) an diesen Aktionstagen sehr interessiert und zum Fototermin erschienen. Auf diese Art und Weise und unterstützt durch die Gunst des Wetters ging während der 2 bis 3 Tage die gute Laune nie verloren und die Arbeiten gingen reibungslos und viel schneller voran als die Projektgruppe sich jemals hatte träumen lassen. Nach den positiven Erfahrungen der Machbarkeit des schier Unmöglichen im Rahmen der ersten Aktionstage wurde die weitere Arbeit der Gruppe von noch mehr Zuversicht getragen.
Ende Juni 1997 wurden vom Tiefbauamt 600-700 m² Füllboden auf die entsiegelten Flächen aufgebracht, von einer Tiefbaufirma modelliert und mit Landschaftsrasen und/oder Kräutermischungen eingesät.
In dieser Vegetationsperiode wurden seitens der Projektgruppe aber auch kleinere Projekte wie z. B. Einbau der Steinblöcke, Bau der Wasserrinne, Organisation eines Kletterbaumes, Bau des Freiluftklassenzimmers oder von Sponsoren direkt finanzierte Maßnahmen (z. B. Sechseckschaukel, Tischtennisplatte u.s.w.) angegangen werden. Im Herbst fand im Rahmen weiterer Eltern- und LehrerInnen-Aktionstage eine größere Pflanzaktion statt.
Auch im Jahr 1998 gab es noch genügend Anlässe für weitere Aktionstage.
Die organisatorischen Aufgaben mussten zwangsläufig immer parallel zu den gestalterischen laufen. Für die Organisation waren die Sponsorensuche zu nennen, auf der anderen Seite aber auch die für die Realisierung des Stadtteiltreffpunkt-Gedankens wichtige Öffentlichkeitsarbeit.
Von der SPD-Fraktion Limmer und dem "Arbeitskreis Stadtteilentwicklung" gab es Anfragen, das Projekt vorzustellen.
Die langfristigen Ziele des Projektes, die Entwicklung eines zentralen Stadtteiltreffpunktes und die Integration eines besseren Naturverständnisses und -erlebnisses in den Unterrichtsalltag behielten wir bei allen Planungen im Auge.
Trotz des bereits relativ großen Arbeitsaufwandes für die Mitglieder der Projektgruppe schrecken wir nicht davor zurück, noch weitere Umweltthemen in die Schularbeit aufzunehmen. So möchten wir jetzt auf jeden Fall in ein Energiesparkonzept (Heizung) einsteigen. Eine Kombination mit regenerierbaren Energiequellen (Solarenergie) im Schulbereich ist angedacht.

Im Frühjahr 1999 begann der 2. Bauabschnitt. Da wir uns nicht sicher waren, ob die hilfswilligen Bürger noch genügend Motivation besaßen, schrieben wir die anstehenden Arbeiten zunächst einmal aus. Die eingegangenen Preisangebote der Garten- und Landschaftsbaufirmen waren jedoch leider nicht finanzierbar. So mussten wieder einmal alternative Wege zur Realisierung der geplanten Umgestaltungsmaßnahmen beschritten werden.
Zur Finanzierung standen ca. 9000,-DM von "Bingo-Lotto" zur Verfügung. Damit konnte ein Steinmetz aus dem Stadtteil damit beauftragt werden vom Wasserwirtschaftsamt gespendete und gelieferte Brückenquader zu behauen und daraus ein "Freiluftklassenzimmer" zu bauen. Ca. 300 m³ Füllboden wurden kostenlos angeliefert. Die vorgesehenen Spielgeräte wurden vom Bezirksrat Linden-Limmer finanziert und von ABM - Kräften sehr kostengünstig eingebaut. Zum Schluss mussten insbesondere die Radladerstunden und die Bepflanzung noch finanziert werden. Es passte!. So wurden im Frühjahr 1999 eine Wasserrinne und ein "temporäres Gewässer", ein Freiluftklassenzimmer und die Erweiterung der Hügellandschaft incl. Bepflanzung realisiert. Im Sommer folgten durch den Beschäftigungspool der Stadt Hannover die Installierung verschiedenster Spielgeräte, der Bau einer neuen Wegeverbindung mit Ruheplatz sowie die Erneuerung und Variation des Anlaufes zur Weitsprunggrube. Während der Schulprojektwoche im Mai 99 entstanden außerdem selbstgebaute, sehr stabile Fußballtore.


II .6. Umweltschule in Europa

Tja, was hatten wir und andere davon, dass die Grundschule/Orientierungsstufe "Kastanienhof" an dem Projekt Umweltschule teilnimmt?
Zu Beginn war die hilfreiche Beratung ("Es ist machbar!") von Frau von der Heyde die Initialzündung für das hier vorgestellte Projekt. Das für die Teilnahme am Projekt "Umweltschule in Europa" notwendige Konzept (Sommer 96) veranlasste die Projektgruppe des "Kastanienhofes" dazu, die vagen Vorstellungen zu konkretisieren und schließlich zu formulieren. Ein wesentlicher Fortschritt im Projektfortgang!
Der Besuch der "Umweltschulen-Treffen" bringt Anregungen, Kontakte und öffnet den Blick auch für andere Umweltaspekte bzw. -projekte. Diese Einblicke lassen Umwelterziehung ganzheitlicher erscheinen.
Wir müssen sagen, dass wir in unserem ersten Projektjahr sehr viel mehr von Erfahrungen anderer profitiert haben als andersherum. Dies hat uns motiviert, nun auch unsere wirklich positiven Erfahrungen an andere Eltern und LehrerInnen weiterzugeben!