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Das Stadtteilinformationssystem "www.steglitz.de"

Geschrieben von Thomas Protz am .

(Manuskript zur Projektvorstellung bei der Jahrestagung Stadtteilarbeit 2002 "Neue Medien in der Stadtteilarbeit", 04.-06.09.2002 im Stadtteilzentrum KroKuS, Hannover)

Kontakt:

Weitere Informationen erhalten Sie bei Thomas Protz, In den neuen Gärten 29, 12247 Berlin, Tel. (030) 772 08 405, Fax (030) 772 08 407, email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und ab Oktober 2002 unter www.lokale-partnerschaften
Projekt-Homepage: http://www.steglitz.de


Zur Entstehungsgeschichte:

Am 30.November 1995 wurde der Nachbarschaftstreffpunkt Wedellstraße 31 in Lankwitz eröffnet. Der kleine Laden inmitten einer Einkaufspassage war das erste Projekt des heutigen Stadtteilzentrum Steglitz e.V.. Zu einer Zeit, als allen Akteuren Sozialer Arbeit in Berlin klar war, dass die "rosigen" Zeiten der Zuwendungsfinanzierung sich immer mehr dem Ende nähern, zu einer Zeit, in der allerorts mehr auf Absicherung bestehender Angebote als auf die Entwicklung neuer Projekte hingearbeitet wurde, entstand ein neues Gemeinwesenprojekt in Berlin Lankwitz.

Selbstverständnis des Projektes:

Grundgedanke und Leitlinie für alle Aktivitäten des Vereins war die Idee von der Vernetzung aller relevanten (Ziel-)gruppen im Stadtteil mit dem Ziel, gesunde und gerechte Austauschbeziehungen zwischen allen im Stadtteil lebenden Menschen zu ermöglichen und anzustiften. Egal ob alt oder jung, reich oder arm, gesund oder krank, deutsch oder nicht-deutsch. Eben "Offen für Alle". Auf diese Weise sollten auf lokaler Ebene Beziehungsgeflechte etabliert werden, die in ihrer Gesamtheit ein gemeinwesenbezogenes (soziales) Netz bilden. Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb (Café, Trödelverkauf, Werbeeinnahmen durch die Herausgabe einer Stadtteilzeitung), Spendenakquise und Sponsoring (Quadratmeter – Werbung) waren die Quellen, aus denen sich das Projekt finanzierte. Innerhalb eines Jahres stieg die Mitgliederzahl des Vereines auf 120. So war der Verein fast in der Lage, seine festen Kosten ohne staatliche Förderung abzudecken. (Das hat sich im Vergleich zu heute grundsätzlich geändert. Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. finanziert sich nur zu einem geringen Teil über nichtstaatliche Mittel. Fundraising und Spendenakquise spielen heute nur eine untergeordnete Rolle.)

Medien in der Stadtteilarbeit

Es war in der Anfangsphase notwendig, sich einen genauen Überblick über die verschiedenen Gruppen im Stadtteil zu verschaffen, zu sehen, wo ihre speziellen Bedarfe und Ressourcen liegen, um in der Folge daran zu gehen, Verbindungen zu organisieren, bzw. herauszufinden, wo schon Beziehungen bestehen. Daher wurden alle Akteure im Stadtteil eingeladen, die vom Verein bereitgestellten Medien wie die StadtteilZeitung oder die Portale www.steglitz.de und www.lankwitz.de für ihre Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Erstaunlich war, wie offen die verschiedenen Gruppen für dieses Anliegen waren, nachdem das Selbstverständnis des Vereines deutlich dargestellt wurde. Aus der daraus resultierenden Zusammenarbeit sind viele neue Projekte im Stadtteil entstanden.

Die StadtteilZeitung

Eine wichtige Funktion hatte die vom Nachbarschaftsverein herausgegebene "Lankwitzer Zeitung", später "StadtteilZeitung", die monatlich in einer Auflage anfangs 3000 Stück, zuletzt mit 10.000 Stück erschien. Sinn und Zweck dieser Zeitung leitete sich aus dem oben beschriebenen Selbstverständnis ab. Sie war Mitteilungsblatt des Vereins, aber auch Forum für aktuelle Themen aus dem Stadtteil und berichtete über Aktivitäten anderer Akteure in Lankwitz. Schnell hatte sich das Angebot eines Mitteilungsblattes für soziale und kulturelle Arbeit im Stadtteil zu einer Institution entwickelt. Ob Kirchengemeinden, Abteilungen des Bezirksamtes, Einrichtungen der Wohlfahrt, Vereine, Bürgerinitiativen oder freie Träger – sie nutzten die StadtteilZeitung für Ihre Öffentlichkeitsarbeit. Aus der Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen entwickelten sich neue Projekte. Ein Nutzen für das Stadtteilzentrum ergab sich aus der Möglichkeit, Partnern aus dem Bereich Sponsoring als Gegenleistung Werbefläche in der Zeitung anzubieten.
Die Zeitung erfüllte die Funktion, das Image des Stadtteilzentrum als innovativer und integrativer Motor zur Gestaltung des sozial-kulturellen Gemeinwesens zu verstärken. Eine weitere Aufgabe der StadtteilZeitung war, die Notwendigkeit der Einrichtung Stadtteilzentrum, aber auch der anderen Akteure im Stadtteil, in der Öffentlichkeit glaubhaft darzustellen.

Die Internetprojekte: http://www.lankwitz.de/, http://www.steglitz.de/ und http://www.steglitz-zehlendorf.de/

Die Internetpräsentation www.lankwitz.de war der Versuch, die sozial-kulturelle Landschaft des kleinen Steglitzer Stadtteiles in all seiner Vielfalt im Internet darzustellen. Auch hier vereinten sich unterschiedlichste Nutzen in einem Projekt. Das Stadtteilzentrum erweiterte seine Öffentlichkeitsarbeit mit dem Medium Internet. Gleichzeitig bot er anderen Akteuren im Stadtteil ein Forum für Ihre Selbstdarstellung.
Eine Internetpräsentation ist deutlich aktueller als das Medium Zeitung. Daher entwickelte sich das Projekt recht schnell. Nach einem Jahr wurde die Domain www.steglitz.de eröffnet. Steglitz.de versteht sich als Portal für alle, die Interesse am Bezirk Steglitz haben. Angesprochen werden all diejenigen, die sich in irgend einem Zusammenhang für "ihren Bezirk" interessieren. Sei es der Umstand, das jemand wissen möchte, wo sich der nächste Kinderspielplatz befindet – oder die Information gesucht wird, welche Geschäfte Telefone im Bezirk anbieten. Geschichtsinteressierte finden hier Informationen genauso wie derjenige, der wissen möchte, ob und wo am Wochenende ein Babytrödel stattfindet. Neben der Informationsfunktion soll die Präsentation das Image des Wohnbezirkes aufwerten. Über die transparente Darstellung aller Angebote und Möglichkeiten, die ein Bezirk zu bieten hat, kann sich der Nutzer des Internetportales mit dem Bezirk "verbunden" fühlen. Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit der Interaktion für dem Nutzer mit dem Internetprojekt. Hier ergeben sich verschiedene Formen der Kommunikation: von Gästebüchern über Mailinglisten, Chats, Befragungen, Gewinnaktionen und derlei mehr. Sind diese Kommunikationswege erfolgreich, haben sie auch eine gewisse Nutzerbindung zur Folge.
Voraussetzung dafür ist wiederum eine tagesaktuelle Präsentation. Wenn möglich erscheinen täglich neue Angebote auf der Portalseite. Ein täglicher Pressespiegel unterstützt diesen Gedanken. Eine Rubrik "Was gibt’s neues" bietet regelmäßigen Besuchern einen guten Überblick über Veränderungen der Präsentation. Eine Übersicht über die auf steglitz.de veröffentlichten Themen bietet Ihnen die Seite: www.steglitz.de/show.
Zur Zeit hat die Domain www.steglitz.de monatlich im Durchschnitt 120.000 Zugriffe mit steigender Tendenz. Ca. 6.000 Dokumente sind auf dem Server abgelegt. Dazu kommen noch einmal 4.000 Dateien aus der Präsentation www.steglitz-zehlendorf.de . Hier gibt es monatlich ca. 400.000 Zugriffe. Steglitz-Zehlendorf.de ist die Präsentation des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf, die im Rahmen der Stadtteilarbeit des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. realisiert wurde.

Die Ressourcen:

Die StadtteilZeitung und die Internetprojekte waren integraler Bestandteil der Stadtteil- und Öffentlichkeitsarbeit des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und wurden finanziert durch das Modellprojekt Stadtteilzentrum des Berliner Senats. Personell verstärkt wurde die Medienarbeit durch ein ABM-Projekt mit 3 Mitarbeitern. Ende August 2002 liefen die genannten Stellen aus. Zur Zeit existieren die Projekte ohne Trägerschaft eines Stadtteilzentrums weiter und sollen durch privatwirtschaftliches Engagement weiter Bestand haben.
Mitteleinsatz: Für die Öffentlichkeitsarbeit mit den Medien StadtteilZeitung und Internet stand den Mitarbeitern ein Netzwerk mit 4 Rechnerarbeitsplätzen, ein Datenserver und ein Internet- und Mailserver zur Verfügung. Es wurden folgende Programme benutzt. MS Office professional (mit FrontPage), Quark Xpress 3.3, Photoshop 5.5., Acrobat Distiller. Das Netzwerk hatte einen ADSL-Anschluss, der über das Programm AVM Ken geregelt wurde.
Ab September werden die genannten Projekte von einer gewerblichen Agentur weiterbetrieben. Die Firma "Lokale Partnerschaften – public-privat-relationships" (Firma in Gründung) will durch sinnvolle Vernetzung verschiedenster Akteure aus Wirtschaft, Kultur, öffentlicher Hand und freier Trägerschaft, Produkte gestalten, die die Positionierung der Beteiligten - zum gegenseitigen Nutzen - in der Öffentlichkeit steigert. Dazu gehören die Vermittlung von Sponsoring-Aktivitäten, die Herstellung von werbewirksamen Printprodukten und die Darstellung dieser lokalen Aktivitäten im Internet.

Eine wichtige Funktion hatte die vom Nachbarschaftsverein herausgegebene "Lankwitzer Zeitung", später "StadtteilZeitung", die monatlich in einer Auflage anfangs 3000 Stück, zuletzt mit 10.000 Stück erschien. Sinn und Zweck dieser Zeitung leitete sich aus dem oben beschriebenen Selbstverständnis ab. Sie war Mitteilungsblatt des Vereins, aber auch Forum für aktuelle Themen aus dem Stadtteil und berichtete über Aktivitäten anderer Akteure in Lankwitz. Schnell hatte sich das Angebot eines Mitteilungsblattes für soziale und kulturelle Arbeit im Stadtteil zu einer Institution entwickelt. Ob Kirchengemeinden, Abteilungen des Bezirksamtes, Einrichtungen der Wohlfahrt, Vereine, Bürgerinitiativen oder freie Träger – sie nutzten die StadtteilZeitung für Ihre Öffentlichkeitsarbeit. Aus der Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen entwickelten sich neue Projekte. Ein Nutzen für das Stadtteilzentrum ergab sich aus der Möglichkeit, Partnern aus dem Bereich Sponsoring als Gegenleistung Werbefläche in der Zeitung anzubieten.
Die Zeitung erfüllte die Funktion, das Image des Stadtteilzentrum als innovativer und integrativer Motor zur Gestaltung des sozial-kulturellen Gemeinwesens zu verstärken. Eine weitere Aufgabe der StadtteilZeitung war, die Notwendigkeit der Einrichtung Stadtteilzentrum, aber auch der anderen Akteure im Stadtteil, in der Öffentlichkeit glaubhaft darzustellen.