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Wege ins Zentrum – das Westhagen-Projekt

Geschrieben von Peter Grünheid, Markus Kissling, Conny Neumann am .

(Manuskript zur Projektvorstellung bei der Jahrestagung Stadtteilarbeit 2002 "Neue Medien in der Stadtteilarbeit", 04.-06.09.2002 im Stadtteilzentrum KroKuS, Hannover)

Kontaktadresse:

Stadtteilbüro Westhagen, Dessauer Strasse 22, 38444 Wolfsburg, Tel: 05361/ 779 559; Fax: 05361/ 779 560
Internet: www.space-walk.com; eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Vergessen Sie die Medien!

Vergessen Sie Medien! Medien sind unwichtig. Es geht nicht darum, die Fähigkeit zu vermitteln, mit Medien umzugehen oder gar "Medienkompetenz". zu erlangen. Es geht darum, die Lust und den Mut zu wecken die eigne Umwelt, unsere Gesellschaft mit zu gestalten.
Mit welchen Mitteln/Medien das geschieht ist zweitrangig und erst dann möglich, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind. Die Voraussetzung ist, sich selber ein Bild von der Welt zu machen, die Gestaltung selber in die Hand zu nehmen, selber zu schaffen und nicht anderen dabei zuzusehen. Oder, wie Goethe sagen würde: "Selber treiben und nicht getrieben werden."
Ein guter Gestalter ist nicht derjenige, der das Medium beherrscht, sondern wer die richtigen Fragen stellt und ihnen nachgeht.
Diese Klärung der eigenen Sicht kann man in künstlerischen Zusammenhängen und Prozessen lernen. Jeder Mensch hat das Potenzial, ein Künstler zu sein. Jeder Mensch ist in dem Moment ein Künstler, in dem er sich für eine eigene Sicht auf die Welt entscheidet. Der ist ein Künstler, der selber bestimmt, was sein Problem ist.
Die Fragen , "Wie sehe ich die Welt?", "Was ist mir wichtig?" ist letztlich die Frage nach dem eigenen Standpunkt.
Nur auf Basis eines eigenen Standpunktes mit eigenen Ideen und Vorstellungen ist es möglich mitzureden, mit zu gestalten.
Mit diesem Ansatz betreibt SPACEWALK seit zweieinhalb Jahren das Stadtteilmanagement in Wolfsburg-Westhagen. SPACEWALK ist ein international tätiges Netzwerk von Künstlern, Wissenschaftlern und Pädagogen aus verschiedenen Kulturkreisen. SPACEWALK konzipiert und realisiert seit zehn Jahren Projekte im öffentlichen Raum. Ziel der Arbeit in Westhagen ist es, innerhalb von drei Jahren das Fundament zu legen für eine nachhaltige Entwicklung aus dem Stadtteil heraus.
Die von SPACEWALK im Rahmen eines integrierten Handlungskonzeptes entwickelten Projekte entwerfen einen neutralen Raum, der allen Akteuren einen individuellen Zugang entsprechend ihren Voraussetzungen ermöglicht. Jede/r, wirklich jede/r kann mitgestalten, einmal oder immer wieder und immer komplexer. Immer mehr geben ihren Teil dazu und die Resultate sind nicht selten spektakulär. Doch entscheidend bleibt der Prozess. Die innerhalb dieses Prozesses entwickelten und praktizierten Kommunikations- und Organisationsstrukturen können auf alle Bereiche der Stadtteilentwicklung übertragen werden. Die dadurch gewonnene Lösungskompetenz ist die Basis für die weitere Entwicklung aus dem Stadtteil heraus.


SPACEWALK

SPACEWALK ist ein international tätiges Netzwerk von Künstlern, Pädagogen und Wissenschaftlern aus verschiedensten Kulturkreisen.
SPACEWALK entwirft seit 1993 Projekte im gesellschaftlichen Raum.
SPACEWALK hat es sich zur Aufgabe gemacht, bei Menschen unterschiedlichster Herkunft kreative und kommunikative Potentiale zu entwickeln und zu fördern. Ziel ist es, die Menschen ihre Kreativität und Kommunikationsfähigkeit als Rüstzeug und Möglichkeit entdecken zu lassen, um sich selbst und ihr gesellschaftliches Umfeld zu verbessern und zu verändern.
SPACEWALK arbeitet dabei mit Mitteln und Methoden aus Theater, Tanz, Musik, Video und bildender Kunst, begibt sich damit in soziale Spannungsfelder und an soziale Knoten- und Brennpunkte und arbeitet dort mit den Menschen vor Ort an der Förderung und Verbesserung von Kommunikation und Kreativität.
SPACEWALK hat über die Jahre eine flexible Arbeitsmethode entwickelt und verfeinert, die es erlaubt, an verschiedensten sozialen Feldern anzuknüpfen und diese miteinander zu verbinden.
SPACEWALK ist es mit seinen bisherigen Projekten gelungen, große Synergieeffekte herzustellen. Die Projekte hatten große Ausstrahlungskraft bis hinein in die internationale Politik.
Für SPACEWALK ist jeder Denkvorgang – und daraus resultierend jede Handlung – ästhetisch. Das heißt, er beruht auf einer individuellen Wahrnehmung (und nichts anderes bedeutet Ästhetik) von Welt. Sowohl in der Kunst als auch in den fortgeschrittenen Naturwissenschaften ist die Heterogenität und Vielfalt der Standpunkte und der Wahrnehmungen zur Arbeitsgrundlage geworden. Von dort her entwickelt sich modellhaft eine Denk- und Lebenshaltung, die einer sich diversifizierenden Gesellschaft angemessen und auf alle gesellschaftlichen und kulturellen Bereiche anwendbar ist. Diese Haltung erlaubt, ein Netz zwischen den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft zu knüpfen.


Wolfsburg-Westhagen

Westhagen wurde Ende der sechziger Jahre nach dem städtebaulichen Leitbild "Urbanität durch Dichte" geplant und ursprünglich für 12 000 Bewohner erbaut. Heute leben 9 600 Menschen hier, in manchem zehnstöckigen Gebäude nur noch vier oder fünf Haushalte. 17 Prozent der Einwohner kommen aus 56 Nationen. Der geschätzte Bevölkerungsanteil von russlanddeutschen SpätaussiedlerInnen beträgt ca. 40 Prozent. Arbeitslosigkeit und der Anteil an SozialhilfeempfängerInnen liegen deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtstadt. Anonymität und Alkoholismus sind nur zwei Auswirkungen einer Ballung von Schwierigkeiten im Verlauf der letzten dreißig Jahre.
Westhagen ist damit vergleichbar mit vielen Stadtteilen aus den siebziger Jahren, so genannten Trabantenstädten. Ganz gezielt an diese Stadtteile richtet sich das Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt".
Im Sinne des Förderprogramms "Soziale Stadt" kann eine nachhaltige Veränderung nur durch eine integrierte Vorgehensweise, in der soziale, wirtschaftliche und städtebauliche Maßnahmen miteinander verbunden werden, erfolgen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die BürgerInnen an diesem Prozess tatsächlich und nicht nur pro forma beteiligt werden. Somit ist der Aufbau eines funktionierenden Bürgernetzwerkes die Basis des gesamten Prozesses. Seit dem Jahr 2000 ist Westhagen in das Förderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen.
Das Netzwerk SPACEWALK betreibt seit 1. Mai 2000 das Stadtteilmanagement. Kern des Gesamtprojektes ist es allen Beteiligten einen Weg ins Zentrum zu ermöglichen und so an dessen Gestaltung mitzuwirken. Dies geschieht auf der Basis eines integrierten Handlungskonzepts.


Das Konzept: Wege ins Zentrum

"Wege ins Zentrum – Das Westhagen-Projekt" ist die Konzeption, mit der sich SPACEWALK in Wolfsburg vorgestellt hat. Der Kern des gesamten Projekts ist es, allen Beteiligten einen Weg ins Zentrum zu ermöglichen, um gemeinsam im Rahmen von acht Handlungsfeldern an dessen Gestaltung mitzuwirken. Dabei ist der Begriff "Zentrum" ganz real und auch im übertragenen Sinne zu verstehen. Das Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass es auf allen Ebenen Möglichkeit zur Beteiligung anbietet: von niederschwelligen Angeboten vor Ort für den einzelnen Bürger bis hin zu hochprofilierten baulichen, wirtschaftlichen, sozialen und künstlerischen Einzelprojekten und Maßnahmen. Alle Einzelaktivitäten werden in das Gesamtprojekt eingebunden. Dadurch werden Prozesse von eigentlich längerer Dauer beschleunigt, vernetzt und verstärkt.

Die Methode: ein gemeinsames kulturelles Projekt als Quelle und Motor

Der besondere und in verschiedenen Zusammenhängen erfolgreich umgesetzte Arbeitsansatz von SPACEWALK besteht darin, die Vielzahl der Probleme nicht frontal anzugehen, sondern zusammen mit den Beteiligten ein gemeinsames Drittes – ein kulturelles Projekt – zu entwerfen.
Auf dem Weg zu diesem selbstbestimmten Ziel werden soziale Umgangs- und Kommunikationsformen entwickelt, gefördert und eingeübt. Durch diese projektorientierte Form des Stadtteilmanagements ist die soziale Erneuerung von Westhagen gleichsam das Nebenprodukt eines lustvollen und spannenden Prozesses, an dem sich Jede und Jeder beteiligen kann.


Beispiel 1: Weihnachten in Westhagen

Was ist Glück?
Was hat Glück mit Sanierung zu tun?
Was hat Glück mit Integration zu tun?
Ein Stadtteil macht sich auf die Suche.

Ein kalter und dunkler Winter – noch kälter und dunkler zwischen den Häuserschluchten der Hochhaussiedlung – doch da, mitten im "Herzen der Finsternis": Lichtspiele über der Skyline von Wolfsburg-Westhagen.
Die hohen und lang gezogenen Gebäudekomplexe, die Wahrzeichen von Westhagen, werden abends zur weithin sichtbaren Leinwand für ein einzigartiges Schauspiel: Eine Fülle von Bildern und Ideen erfüllt sie allabendlich mit immer neuen Farben und Formen.
Also einmal mehr eine Illumination und Stadtinszenierung? Ja auch, aber im Kern etwas ganz anderes. Diese Inszenierung ist nur der leuchtendste Teil eines viel umfassenderen Projekts.
Diese Projektionen sind nicht etwa die Werke von Profis – nein, diese Vielzahl von Vorstellungen Bildern und Texten stammt ausnahmslos von BewohnerInnen dieses Stadtteils. All diesen Bildern und Gedanken liegt eine Frage zugrunde: Was ist Glück für Sie?
Die Antworten darauf entwerfen allabendlich eine weithin strahlende Einladung, den Stadtteil in neuem Licht zu sehen.

  1. "Ausgehen von dem, was da ist", heißt ein Grundsatz von SPACEWALK
    "Zu groß, zu hoch, zu breit, zu klotzig, zu grau!": die beiden von Weitem sichtbaren Wohnkomplexe, Wahrzeichen von Westhagen, vielen gelten sie als die Schandflecken, als das eigentliche Problem dieses Stadtteils. Dort scheinen sich die baulichen und sozialen Probleme zu bündeln.
    Die beiden massiven Häuserfronten sind gleichsam die Projektionsfläche für alle negativen Assoziationen und Vorurteile in und um Westhagen. Genau das macht sich das Projekt zunutze: Es nutzt diese Gebäude ganz real als Leinwand für die neuen, künstlerischen Projektionen der Bewohner des Stadtteils. "Weihnachten in Westhagen" benutzt, was da ist, Positives wie Negatives (die Vorstellungskraft von 10 000 Menschen aus verschiedenen Nationen auf der einen, Dunkelheit, Unübersichtlichkeit, Mangel an öffentlichem Leben auf der anderen Seite) und macht etwas Drittes daraus. Es wirft ein in jeder Hinsicht neues Licht auf die Situation.
  2. Gemeinsames Ziel
    "Weihnachten in Westhagen" gibt dem Gesamtprozess eine Struktur, indem es ein gemeinsames räumliches Zentrum (Marktplatz) und zeitliches Ziel (Weihnachten) definiert.
  3. Übertragung auf die Gesamtsituation
    Das kulturelle Projekt "Weihnachten in Westhagen" enthält modellhaft und überschaubar die Kernkomponenten der acht Handlungsfelder des integrierten Handlungskonzepts von Gestaltung über Belebung des Zentrums, über die Integration der verschiedenen Einwohnergruppen und Gewerbeförderung bis hin zur Imagepflege und Öffentlichkeitsarbeit.
    Das gemeinsame kulturelle Projekt ist der Vermittler zwischen den 8 Handlungsfeldern und den Akteuren im Stadtteil (Einwohner, Stadt, Gewerbe, Einrichtungen und Wohnbaugesellschaften). Mit "Weihnachten in Westhagen" wurde ein gemeinsamer neutraler Raum geschaffen, der jedem Akteur vom Asylbewerber bis zur Wohnbaugesellschaft die Möglichkeit gab, sich zu beteiligen, sich selbst auszudrücken und seine eigenen Vorstellungen und seine eigene Kompetenz und Fähigkeit einzubringen und darzustellen.

Ablauf: Westhagen sucht das Glück

Drei Monate lang gingen die Mitarbeiter von SPACEWALK als "Glücksforscher" von Tür zu Tür. Nach einem Zufallsprinzip wurden Straßennamen und Hauseingänge bestimmt, in denen die Bewohner befragt werden sollten. Und dann standen sie plötzlich vor der Tür und fragten: "Was ist Glück für Sie?" und "Чto eto СЧΑCTьE?”. Unterstützt durch Piktogramme und Fragebögen, gelang es ihnen auch mit WesthagenerInnen ins Gespräch zu kommen, für die es in Deutsch nicht so einfach war. Das sollte es jedem ermöglichen an dem Projekt teilzunehmen. Und Westhagen suchte. "Die Glücksforscher sind da!" hallte es durch die Treppenhäuser..."Ja, was ist eigentlich Glück...?" "Ist Glück Zufriedenheit oder mehr?"... "Ohne Gesundheit ist alles nichts." Aus ersten, schnellen Antworten entstanden oft lange Gespräche über das Wesen des Glücks – über 2000-mal innerhalb von drei Monaten.
Die Westhagener waren Glücksexperten und fotografierten ihre Bilder vom Glück mit dem Fotoapparat, den die Glücksforscher mitgebracht hatten. Mit ihren Bildern – insgesamt weit über 1000 – brachten sie Westhagen zum leuchten. Sie wurden vom 1. bis zum 24. Dezember im Rahmen einer Lichtinstallation auf die Hochhäuser am Marktplatz von Westhagen projiziert. Es entstanden Themen- oder Gruppenabende, die bspw. von Schulklassen, Vereinen, religiösen Gemeinschaften oder einer Gruppe Spätaussiedler gestaltet wurden. Schulen hatten sich in Projekttagen mit dem Thema "Glück" beschäftigt, es gab einen Glückssong, der aus den Aussagen zum Glück komponierte worden war. Zu den Aktionen trafen sich in der Vorweihnachtszeit jeden Abend ein paar Dutzend bis einige Hundert Menschen auf dem Marktplatz. In einem Zirkuszelt feierten sie anschließend ihr ganz persönliches Weihnachtsfest. Insgesamt haben über 10 000 Menschen die Projektionen besucht.
Die Atmosphären aus Licht, Bildern, Worten und Musik erfüllten für einen Monat lang das Zentrum von Westhagen und machten es zu einem hellen und warmen Ort, an dem sich jeder wiederfinden konnte.


Beispiel 2: "Westhagen baut"

Die städtebauliche Sanierung ist entscheidend für einen positiven Wandel Westhagens. Aber wohl noch entscheidender für eine nachhaltige Entwicklung ist der "Neubau" des sozialen Gefüges, das Finden und Sichtbarmachen einer gemeinsamen Identität.
Was haben wir Besonderes, was unterscheidet uns im positiven Sinn von den anderen?
Aus sich heraus gewachsene Dörfer oder auch Städte haben Identität stiftende Muster ganz selbstverständlich entwickelt. Ein "gemachter" Stadtteil wie Westhagen kann diese Strukturen gar nicht haben.
Also überträgt "Westhagen baut" den Prozess des Bauens vom städtebaulichen auf den gesellschaftlich-sozialen Bereich. Das "Bauwerk" ist das gesellschaftliche Gefüge, Bauherren sind die Westhagener selbst.
Ausgangsort war der Zeltbauwagen – ein Bauwagen mit einem großen Zeltvorbau. Vier Wochen stand er jeweils in einem der vier Quartiere und war mobiles Stadtteilbüro, Versammlungs-, Workshop-, Veranstaltungs- und Ausstellungsraum für alles, was Westhagen betraf: vom städtebaulichen Rahmenplan bis zum Flohmarkt. Hier wurde gebaut am gemeinsamen "Haus Westhagen". Grundbaustein für alle folgenden Projekte – gesellschaftlich wie städtebaulich – war die individuelle Vorstellung von Heimat. Die Mitarbeiter von SPACEWALK gingen gemeinsam mit Bewohnern in vier Monaten über 2000-mal von Tür zu Tür und fragten: "Was ist Heimat für Sie?" Aus den Antworten und den vor Ort gemachten Fotos war bereits einen Tag später eine Ansichtskarte geworden, abzuholen im Bauwagen vor der Tür.

So gelang es Schritt für Schritt, immer mehr Menschen mit unterschiedlichen und sich wandelnden Interessen und Zugängen zum Mitmachen zu bewegen. Aus niederschwelligen Angeboten, wie dem Gestalten ihrer ganz persönlichen Ansichtskarte, über das Entwerfen eines Westhagen-Logos, dem Recherchieren der Geschichte Westhagens und seiner Einwohner, dem gemeinsamen Gestalten von Wegweisern und Orientierungstafeln bis hin zu konkreten städtebaulichen Maßnahmen im Rahmen des Sanierungsverfahrens, entstanden die Bausteine einer wahren "Corporate identity".
Das Bild von Westhagen hat sich innerhalb von zweieinhalb Jahren grundsätzlich verändert. Aufbruchsstimmung und Dynamik entstehen durch eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten. Der von der GRUPPE PLANWERK, Berlin, in enger Zusammenarbeit mit SPACEWALK erstellte städtebauliche Rahmenplan ist vom Rat der Stadt beschlossen. Nahezu 50 % der Bewohner sind in das Gesamtverfahren (städtebaulich und sozial) eingebunden.
Das zentrale Gremium der Mitbestimmung und Bürgerbeteiligung ist der Arbeitskreis mit ca. 120 Personen, die sich regelmäßig engagieren. Spätaussiedler und nichtdeutsche WesthagerInnen nehmen ihre Belange nun selbst in die Hand: im Arbeitskreis und im Ortsrat, sie beteiligen sich am Gesamtverfahren und sind in Interessengruppen aktiv. Aus dem Gesamtverfahren heraus entwickeln sich Eigeninitiativen in allen Handlungsfeldern. Ein klarer Indikator für die Trendwende: Westhagen hat wieder Zuzug.
Alles schön und gut, es hat sich einiges verändert, aber was ist, wenn SPACEWALK mit seinen ungewöhnlichen Methoden, dem Licht und dem ganzen Zauber weg ist? Wie steht es dann um die Nachhaltigkeit des Ganzen?
Es gibt überzeugende Anzeichen, dass die Westhagener ihre Sache selbst in die Hand nehmen. Einstehen und selbstbewusstes Kämpfen für den eigenen Stadtteil zeigen sich inzwischen in verschiedenen Zusammenhängen. Die wachsende Bereitschaft und Kompetenz mitzugestalten sind entscheidende Grundsteine für die Weiterentwicklung von Westhagen.