| Elternbildung stärkt Kinderwissen |
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| Silke Magdeburg-Schuster | |||||||||
| (25. 10. 2008) | |||||||||
Kontakt:Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , Jugendamt der Stadt Essen – Leiterin der städt. Kindertagesstätte Portendieckstr. Inhalt:
Anlage: Entwurf der Kooperationsvereinbarung I. VorwortElternbildungsangebote waren schon immer ein fester Bestandteil der Elternarbeit in Kindertagesstätten. Oft war jedoch die Organisation ein mühseliges Unterfangen:
Dass der Bedarf der Eltern in Bezug auf Unterstützung und Förderung in ihrer Erziehungskompetenz jedoch stetig steigt, schließe ich aus den Erfahrungen, die ich in 28 Jahren in Kitas sammeln konnte. Auch das hohe Interesse der Eltern an den "TV – Super – Nannys" spiegelt dies. Als in Essen das Projekt Lernwelt Essen mit der "Elternlernwelt" ins Leben gerufen wurde, war ich daher als eine von zwei Vertreterinnen des Jugendamtes für den Bereich Kindertageseinrichtungen von Anfang an mit hohem Interesse dabei. Es ist uns in diesem Projekt neben vielen anderen interessanten Modellen gelungen, ein realisierbares Modell mit sehr guten Erfolgen zu entwickeln und ich freue mich, dass ich Gelegenheit bekomme, dieses Modell vorzustellen. II. Der BeginnLernwelt Essen wurde mit Förderung des Bundes und der Stadt Essen ins Leben gerufen, und sollte Bildungslücken über Vernetzungsarbeit schließen. "Im Projekt Lernwelt gab es 6 Handlungsfelder, die verschiedene Vorhaben entwickelt haben.
Sie orientierten sich an den Übergängen zwischen Familie, der Kita, der Schule, dem Wechsel von Schule in Ausbildung und Beruf und berücksichtigten alle Zielgruppen vom Kind bis zum Erwachsenen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen….. ….Das Thema Elternbildung war ein zentrales Thema in allen 6 Lernwelten, weil wir in Kinder investieren, wenn wir Eltern
III. Ziele von Lernwelt Essen:
Im Mai 2005 wurde das Konzept vom Rat der Stadt Essen verabschiedet und somit ein Grundstein gelegt, um Elternbildung für die ca. 60000 Haushalte mit Kindern in Essen zu systematisieren und auszuweiten. IV. Ziele der Elternlernwelt :
V. Leitlinien des Konzeptes:
VI. Beteiligte Organisationen in der Elternlernwelt
VII. Das "Schonnebecker Elternbildungsmodell"Mit den Leitgedanken von Lernwelt wurde eine Projektidee entwickelt, für die zunächst einmal die Akteure – die Kindertagesstätten im Stadtteil - angeworben werden mussten. Obwohl diese Kindertagesstätten konkurrieren – das Platzangebot in Schonnebeck war so hoch, dass Kitas, bzw. Gruppen geschlossen wurden – waren sich die Leitungen einig, dass die Profilierung der Kitas über die unterschiedlichen Schwerpunkte erfolgt. An den Stellen, die für Eltern wichtig sind, war Kooperation ein gemeinsames Anliegen – so waren die Akteure an dieser Stelle "schnell in einem Boot".
1. Das VerfahrenMindestens einmal jährlich führen die MitarbeiterInnen in den Kindertagesstätten Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Hierzu wurde in der Kinderlernwelt Essen trägerübergreifend ein standardisierter Vordruck zur Dokumentation des Entwicklungsstandes verabschiedet. In Schonnebeck bekommen die Eltern nun vor dem Entwicklungsgespräch einen Infobrief, der sie auf das Thema Elternbildung aufmerksam macht. So können sich Eltern mit eigenen Wünschen und Bedarfen im Vorfeld auseinandersetzen. Im Anschluss an das eigentliche Entwicklungsgespräch wird dann ein Anhang zur Dokumentation ausgefüllt, auf dem
festgehalten werden. Diese Bögen werden von der jeweiligen Kita- Leitung gesammelt, anonymisiert und gebündelt. Für manche Bedarfe gibt es bereits wohnortnahe Angebote, andere Bedarfe müssen schnell bedient werden – in diesen Fällen erfolgt eine Vermittlung zu den Familienbildungsstätten, deren Programme in allen beteiligten Kitas vorliegen. Alle anderen Bedarfe werden gesammelt. In der Regel sind alle Entwicklungsgespräche bis Oktober durchgeführt worden (trägerübergreifend sind zur Durchführung feste Zeiträume vorgegeben, z. B. ein halbes Jahr nach Eintritt in den Kindergarten, vor der Schulanmeldung,…). Jetzt findet eine Konferenz mit allen Beteiligten statt, das "Planungstreffen". Hier werden die anonymisierten Bedarfe aller Kitas gebündelt und mit dem bestehenden Angebot der Familienbildungsstätten abgeglichen. Die Bedarfe mit den meisten Nennungen werden in die Jahresplanung aufgenommen. Sollte ein Angebot gefragt sein, das die Familienbildungsstätten noch nicht vorhalten, kann ein entsprechendes Angebot konzipiert werden. Die Verantwortung für die Organisation wird unter den Kitas – für die Bereitstellung des Angebotes unter den Familienbildungsstätten aufgeteilt. Vierteljährlich soll ein Angebot im Stadtteil stattfinden, so dass bei einer Beteiligung von sechs Kitas die Verantwortung einmal in 1,5 Jahren übernommen werden muss. Künftig wird sich auch die städt. Grundschule Schillerschule an dem Modell beteiligen.
Für eine personenunabhängige Verbindlichkeit wird nun eine Kooperationsvereinbarung geschlossen . Der Entwurf wurde in der zweiten Elternbildungskonferenz am 19.11.2007 von den Akteuren abgestimmt und soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. In diesem Entwurf zur Kooperationsvereinbarung wird deutlich, wie die Verantwortlichkeiten der beteiligten Akteure gefüllt werden, daher ist er angefügt. 2. Was haben wir bisher erreicht?Seit Anfang 2006 läuft das Modell in Schonnebeck. Befragt wurden bis Oktober 2006 ca. 300 Eltern. Aus diesen Befragungen ergaben sich ca. 130 Rückmeldungen. In der ersten Elternbildungskonferenz wurden daraus 2 Angebote für 2006 und 4 Angebote für 2007 ausgewählt. Durch zusätzliche (mit Landesfördermitteln geförderte) Angebote der Familienbildungsstätten und durch Fortsetzungswünsche der Eltern konnte das Angebot auf 10 Veranstaltungen – darunter 2 Elternkurse mit fünf, bzw. sechs Treffen - erweitert werden. Der Zusammenschluss der Kitas hat dazu geführt, dass für alle Angebote arbeitsfähige Teilnehmerzahlen erreicht wurden. Hierbei ist nicht die Quantität entscheidend, da z. B. ein Elterntraining mit höchstens 10 Eltern durchgeführt werden sollte. Etwa 130 Eltern haben bisher die Angebote genutzt, auch die Vermittlung von Einzelbedarfen zu bestehenden Angeboten außerhalb des Stadtteiles hat in Einzelfällen stattgefunden. Die Rückmeldungen der Eltern zum Modell und zu den Angeboten, die bereits stattgefunden haben, war sehr positiv. 3. Welchen Nutzen hat das Modell ?Zwei wichtige Kriterien für den Zugang zur Elternbildung werden hier erfüllt:
Die Kitas profitieren jedoch von dieser vernetzten Arbeit genauso:
Für die Familienbildungsstätten wurde folgender Nutzen benannt:
4. Welche Schwierigkeiten sind entstanden?Aus den einzelnen Kitas kamen folgende Rückmeldungen:
5. Wie wird das Modell finanziert?Die Familienbildungsstätten stellen den Kitas kostengünstige Angebote zur Verfügung und informieren über Fördermöglichkeiten. Im Stadtteil werden - wenn erforderlich - von den Kitas Fördergelder beantragt, z. B. über die Bezirksvertretung. Die Eltern zahlen einen kleinen Teilnehmerbeitrag ( i. d. R. 2,- bis 3,- €). Dies wurde in Abstimmung der teilnehmenden Akteure festgelegt – Hintergrund war die oft gemachte Erfahrung der Einstellung: "Was nichts kostet, ist nichts wert". Bei einkommensschwachen Familien wird von der jeweiligen Kita für eine Ermäßigung / einen Erlass Sorge getragen. 6. Was benötigt man, um ein solches Modell durchzuführen?
VIII. Ein paar Worte zum SchlussIn den Kindertagesstätten bringen wir neben unserer Professionalität viele wichtige Voraussetzungen zum Tragen:
Unser Angebot ist niedrigschwellig und passgenau und kann dabei helfen, Familien zu stärken und Benachteiligungen abzubauen. Den beteiligten Akteuren ein ganz herzlicher Dank für kompetente und engagierte Zusammenarbeit: Kindertagesstätten:
Familienbildungsstätten:
Die Textpassagen und Folien zur Lernwelt Essen mit freundlicher Genehmigung von Brigitte Liesner – Büro für Stadtentwicklung / Projektleiterin Lernwelt Essen |