| Perspektivenwerkstatt |
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| Irene Wiese-v.Ofen |
| (26. 07. 2005) |
Kontakt:Dr. Ing. Irene Wiese-v.Ofen, Am Siepenhang 14, 45136 Essen, Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Das Verfahren der Perspektivenwerkstatt geht zurück auf Partizipationsverfahren, die im englischsprachigen Raum unter dem Namen "Community Planning Weekend" bekannt sind, d. h. ein verlängertes Arbeitswochenende, an dem von interessierten Bürgern in Arbeitsgruppen vor Ort Lösungsideen erarbeitet werden, die dann ein neutrales Team innerhalb kürzester Zeit in einer "Vision" zusammenfasst und präsentiert. Das ganze wird von einer unabhängigen Moderation geleitet. Ablauf der Perspektivenwerkstatt in EssenDas eigentliche Verfahren wendet zwei Methoden an. Einerseits werden interessierte Besucher (über den Zeitraum etwa 800 bis 1.000 Personen) ausführlich über die Ausgangslage und die weiteren Entwicklungen der Werkstatt informiert. Neben dieser allgemeinen Information werden gezielt Interessierte für eine intensivere Arbeit in Arbeits- und Planungsgruppen angeworben, aber vor allem die Anrainer aktiviert. So gelingt es, die Situation im Gebiet unter speziellen Themenpunkten zu diskutieren und Visionen für eine künftige Nutzung und Ausgestaltung zu erstellen. Die Ergebnisse werden durch das Projektteam zusammengeführt, ausformuliert und in jeweils einer umfangreichen Abschlusspräsentation, bei der keine weitere Diskussion erfolgte, vorgestellt.
Die Ergebnisse der Gruppen geben daher ein breit gefächertes Spektrum an Vorstellungen und Visionen wieder, das sich aber verändern wird. Eine unmittelbare Umsetzung der Vorstellungen, wie manche Bürger hoffen, ist hingegen nicht möglich, da die technische, ökonomische und ästhetische Durcharbeitung naturgemäß die Planungswerkstatt nicht leisten kann. Zudem können nach wie vor vorhandene Interessenskonflikte nur im Rat der Stadt auf der Grundlage sorgfältiger Abwägung entschieden werden. Wobei es wichtig ist, auch in diese Verfahren schon vorlaufend die Vertreter der Politik einzubeziehen. Wichtig ist, dass Ratsvertreter und Vertreter der Planungsverwaltung aktiv gestaltend, diskutierend und offen im Zuhören als Bürger teilnehmen, und dies auch glaubwürdig vermitteln können.
Es sollen weitere Ausstellungen und öffentliche Anhörung folgen. Unter neutraler Moderation soll z.B. der Unterstützerkreis mit 3 - 4maliqen Treffen pro Jahr fortgesetzt und durch neue interessierte Institutionen ergänzt werden. Zur engeren Projektbetreuung ist eine Steuerungsgruppe unter Leitung der Verwaltung einzusetzen sinnvoll, und für die Realisierung evtl. eine Entwicklungsgesellschaft aus Beteiligten von Wohnungsbau-Unternehmen, Stadt und Wirtschaft zu gründen. Diese Entwicklungsgesellschaft übernimmt die Grundstücke und das wirtschaftliche Risiko der Gesamtmaßnahme, die Stadt bearbeitet die Bauleitplanung und begleitet den gesamten Prozess vorrangig. Es können Expertenworkshops zu Verkehr und innovativen Wohnkonzepten folgen, wobei die besondere Betonung dabei auf ökologischen Elementen für das zukünftige Bauen liegen könnte. Mit den Anrainern über Wettbewerbe und Umbauplanungen konkret und effektiv die begonnene Kommunikation fortzusetzen, ist ebenfalls für den weiteren Erfolg wichtig. |