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Beteiligung von MigrantInnen in der lokalen Agenda21

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Kontakt:

Migranten für Agenda 21 e.V., Trammplatz 2, 30159 Hannover, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Der Name Verein "Migranten für Agenda 21" spiegelt Akteure und Ziele: 2/3 der Vereinsmitglieder sind Migranten, und die Ziele des Vereins basieren auf dem internationalen Programm Agenda 21, das 1992 in Rio de Janeiro von 179 Staaten verabschiedet wurde.
Die Grundlage der Agenda 21 ist es, den Umweltschutz, die sozialen Anliegen und die wirtschaftlichen Probleme in den einzelnen Ländern weltweit miteinander verknüpft zu betrachten.
Weltweit gibt es Migrationsprozesse. Sie stellen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen der verschiedenen Länder vor neue politische, ökonomische und kulturelle Aufgaben. Die Migration kann durch die Gesetze begrenzt werden, aber vollkommen verhindern werden darf und kann sie nicht.
Es müssen Entscheidungen zu den Problemen dieser Zeit getroffen werden.
Die Auswanderung in anderes Land, wird in der Regel, verursacht durch Schwierigkeiten, im Ursprungsland, die sogar lebensbedrohlich sein können. Sie zwingt die Menschen dann den "Schock" der Migration zu erleben.
Es ist nicht nur die Trauer nach der Heimat und die Unwissenheit der Sprache, es ist ein Verlust des gewohnten und klaren Systems der sozialen und moralischen Orientierungspunkte. Dieser tägliche Zusammenstoß mit tausend unbekannten «Kleinigkeiten» bestimmen unser alltägliches Leben.
Hauptprobleme sind z.B.: Trennung der Familien bzw. den Nachbarn, zunehmende Einsamkeit der Alten, Verlust der sprachlichen Kultur für die Kinder (sie können nicht in der Muttersprache lesen und schreiben, also haben den Zugriff auf die schriftliche Information nicht) usw.
Einige Migranten kommen schnell mit den Problemen zurecht, andere tauchen in schwere und langwierige Depressionen ein, dritte versuchen die Probleme mit Hilfe von Alkohol und von Narkotika zu entgehen.
Wie kann man sich orientieren, wenn man mit Angst zum Briefkasten geht, weil man die Briefe in der Regel nicht versteht?
Und wie kann man die vielen bedauerlichen Versehen und Missverständnisse durch Nichtkenntnisse einfacher Regeln, die hier zu befolgen sind, vermeiden?
Die mitgebrachten Lebenserfahrungen und Gewohnheiten der Migranten stimmen nicht immer mit denen der Einheimischen überein.
Um den Integrationsprozess zu erleichtern, ist die Idee entstanden, dass Migranten Migranten dabei unterstützen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Gleichzeitig soll Ihnen auch bei Entscheidungen zu alltäglichen Problemen geholfen werden.
Wir stellten uns auch die Aufgabe, die Migranten für Umwelt und Naturschutz zu sensibilisieren. Gleichzeitig möchten wir das Verständnis und den Respekt verschiedener Kulturen die in Hannover existieren, fördern.
Angestoßen wurde die Idee durch die beiden Projekte "MigrantInnen und Umweltschutz " und "MigrantInnen für Agenda 21 ", die im Rahmen des Agenda 21-Prozesses durchgeführt wurden. Diese Projekte wurden vom Agenda 21-Büro und dem Referat für interkulturelle Angelegenheiten in Hannover initiiert.
In diesen Jahren haben wir wichtige Erfahrungen machen können. Wir lernten viele wissenschaftlich und praktisch arbeitende Organisationen und Unternehmen kennen, die sich mit den Problemen Umweltschutz beschäftigten.
Bei dem Versuch möglichst viele Migranten anzusprechen und für die Beratungen zu gewinnen, sind wir auf verschiedene städtische und nicht städtische Einrichtungen gestoßen.
Wir sind dem Agenda 21-Büro Hannover für diese Initiative und die ständige Unterstützung unendlich dankbar.
Nach dem Ablauf der Projekte haben die ehemaligen Teilnehmer entschieden, weiter zu arbeiten und haben die "Initiativgruppe MfA 21 " geschaffen. Im Jahr 2002 haben wir Verein "MfA 21" gegründet.
Wir sehen die Probleme der Migranten von innen.
Wir wissen, dass nicht nur die Landsleute uns brauchen. Auch andere Organisationen fragen uns als Vermittler an. Dabei geben wir nicht nur unsere Erkenntnisse weiter, sondern auch wir lernen ständig dazu. Immer mehr Migranten nehmen im lokalen Agenda 21-Prozess teil und bringen sich selber ein. Sie haben Mut gefasst, mitzugestalten und sich politisch hier in Hannover zu engagieren.
Für die Wahlen zum "Migrationsausschuss" haben sich mehr als 20 Migranten -Organisationen angemeldet, so auch der Verein Migranten für Agenda 21. Ein Kandidat unseres Vereins ist in den Ausschuss gewählt worden. Das bestätigt unsere Arbeit und gibt uns Kraft, um die Vision der Agenda 21 zu realisieren.
Das Programm Agenda 21 bietet Handlungsmöglichkeiten für alle gesellschaftlichen Gruppen und für jeden Einzelnen. Erst durch das verantwortliche Handeln aller Menschen kann es uns gelingen, unseren Planeten auch für nachfolgende Generationen liebens- und lebenswert zu erhalten. Es geht uns um den Schutz der natürlichen Ressourcen und der Umwelt, aber auch um die Gerechtigkeit zwischen den Generationen, den Völkern, Frauen und Männern.
Eine wichtige Aufgabe für uns ist die Aufklärungsarbeit. Wir halten Vorlesungen zu den Themen:

  • Wasser-, Strom-, Energieverbrauch,
  • Klimaschutz, Müllvermeidung und nachhaltigem Konsum.

Wir bieten Exkursionen zum Wasserwerk, auf die Mülldeponie, zum Klärwerk, zum Ökoweg in den Stadtteil Sahlkamp, sowie Feste, Kinderaktion usw. an. Im Oktober haben wir ein großes Wasserfest im Stadtteil Sahlkamp veranstaltet.
Wir haben auch die Initiative des Agenda 21-Büros und " Mensch & Region " bei der Umsetzung des Projektes "WandelWerte" unterstützt, da die Idee der nachhaltigen Entwicklung ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist. Das neue Projekt "WandelWerte" ist ein Projekt für alle, die über nachhaltigen Konsum und Lebensstile nachdenken. Abfall ist Rohstoff, Wertloses bekommt neuen Wert. Was "wertlos" erschien, wurde in den Workshops unter den Händen und mit dem Einfallsreichtum der Menschen "wertvoll". Abfall wurde Rohstoff.
Gleichzeitig kommen Menschen mit unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund zusammen, die voneinander lernen. Sie wecken ihre Kreativität und entdecken nachhaltige Handlungsperspektiven im beruflichen und privaten Bereich. Auch ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt.
2 Vereinsmitglieder wurden in einem Workshop zu Multiplikatoren ausgebildet. Ihr Erlerntes und ihre Erfahrungen haben sie dann in einem Workshop in der internationalen Gruppe im Stadtteil Sahlkamp weiter gegeben. Solche Workshops wurden in 5 Stadtteilen von Hannover durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Rathaus der Stadt präsentiert.
Warum haben wir diese Themen gewählt? Wir haben Erkenntnisse und Erfahrungen gemacht, wie wir durch praktisches Handeln hier in Deutschland Geld sparen können und gleichzeitig die Umwelt schützen. Denn die Lebenserfahrung der Migranten stimmt nicht immer mit den Haushaltsnormen in Deutschlands überein.
Z.B. hatten wir weder Heizungs- noch Wasserzähler. Auch ein Thermostat fehlte. Auch fehlen Sprachkenntnisse um die speziellen Broschüren zu verstehen.
Das internationale Jahr des Süßwassers haben wir zum Anlass genommen, um uns in zahlreichen Veranstaltungen dem Wasser zu widmen. Wir haben aktuelles Material für Hannover vorbereitet. (z.B. auch Dias über das "Wasser" )
Unsere Info-Materialien sind mehrsprachig. Alle Ausgaben werden auf 2 Sprachen veröffentlicht: deutsch und russisch, deutsch - arabisch, deutsch - türkisch und so weiter. So wird die Information leichter verstanden und gleichzeitig werden die notwendigen deutschen Wörter und die Begriffe besser behalten.
Wir verstehen unsere Arbeit nicht nur als eine Hilfe für Migranten, sondern auch als eine Unterstützung für die Stadt. Die Stadt Hannover hat das Leitbild Nachhaltigkeit und auch das strategische Ziel Ausgleich statt Spaltung und urbane Lebensqualität. Umweltfreundliches Verhalten durch Energie- und Wassersparen ist im Interesse der Stadt. So auch die Vermeidung von Müll. Wir beobachten die Interessen und die Bedürfnisse der Migranten ständig. Wir machen Umfragen in der Bevölkerung, um die aktuellen Probleme zu bestimmen.
Umweltschutz heißt für uns auch Gesundheitsschutz.
Auch den wachsenden Drogenproblemen muss begegnet werden. Deshalb ist auch die Drogenprävention für uns ein wichtiges Handlungsfeld. Pädagogen und Ärzte aus unserem Verein qualifizieren sich im Ethno-medizinischen Zentrum und nehmen am Programm Drogenprävention teil. Dies ist ein großer Beitrag zur Aufklärung für Jugendliche und ihre Familien.
Unsere Arbeit ist ohne Partnerschaftshilfe und der Unterstützung unmöglich. Die ständige Zusammenarbeit mit dem Аgenda21-Büro Hannover und die Teilnahme am Agenda21-Plenum ermöglicht es uns, von neue Initiativen zu erfahren. Und wir erweitern den Kreis unserer Kooperationspartner.
Unsere Tätigkeit ist das ständige Studium, die Zusammenarbeit mit Spezialisten/Experten und mit gesellschaftlichen Organisationen.
Zu den Mitgliedern des Vereins "MfA" gehören Ärzte, Pädagogen, Chemiker, Ingenieure, Lehrer, Ökologen, Geografen, Sozialarbeiter und Übersetzer.
Die hohe Qualifikation und die praktische Erfahrung der Mitglieder ermöglicht es uns, schnell weiter zu lernen und das Wissen erfolgreich zu weiterzugeben. So erfüllen wir auch Arbeiten, mit denen unser Verein beauftragt wird, z.B. durch die Stadt. Die meiste Arbeit leisten wir jedoch aus eigener Initiative und ehrenamtlich.
Die Vielfalt der Kulturen, der Sprachen, der Lebenserfahrung ist ein Reichtum, den eine Gesellschaft nicht verlieren darf.
Die Potenziale von Migranten müssen stärker ins Blickfeld rücken: Zweisprachigkeit und Kenntnisse über Kulturen und Mentalitäten sind hilfreich beim Zugang zu neuen Aktivitäten. Ehrenamtliches Engagement muss gefördert werden.
Für die professionelle Begleitung ehrenamtlicher Arbeit und die Koordination von Netzwerken sowie für die Öffentlichkeitsarbeit ist eine finanzielle Unterstützung notwendig.
Erfolgreiche Beispiele und Projekte, positive Beispiele ehrenamtliches Engagement müssen bekannt gemacht werden, um neue aktive Mitglieder im lokalen Agenda 21-Prozess zu gewinnen und neue Lebensqualität für die Bewohner von Hannover zu erreichen.