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| Bunte Gärten Leipzig |
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| Anke-Maria Kops-Horn |
| (08. 12. 2003) |
Kontakt:Brückenschlag e.V., Anke-Maria Kops-Horn, Schulstr. 38, 04316 Leipzig, Telefon: (0341) 65 14 960, Fax: (0341) 97 39 364, e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , web: http://www.bunte-gaerten.deZusammenfassungAnliegen des Projekts "Bunte Gärten Leipzig" ist die Förderung der Integration von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen. Es wird auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei durchgeführt. Ein wichtiger Baustein des Projekts besteht darin, mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern Gemüse, Kräuter und Blumen anzubauen. Die aktive, gemeinsame Betätigung dient insbesondere dazu, Vertrauen bei den Flüchtlingen zu bilden, ihre Isolation aufzubrechen und Kontakte zu erleichtern. Dies bildet die Basis für sprachliche Förderung und allgemeine Qualifizierung der Migranten durch in das Projekt integrierte Kurse und Bildungsangebote. Die Finanzierung dieser Integrationsangebote wird zum Teil dur ProblematikSituation von AsylbewerbernDie Lage der Asylbewerber in Leipzig ist geprägt durch die Bedingungen ihrer Unterbringung in Sammelunterkünften, in denen sie in der Regel viele Jahre zubringen müssen. Die meisten haben keine oder noch keine Arbeitserlaubnis, in einigen Heimen wird ihnen das Kochen und Wäschewaschen abgen Situation anerkannter FlüchtlingeNach Anerkennung des Asyls oder des Flüchtlingsstatus' können die Migranten in Mietwohnungen in der Stadt umziehen; in seltenen Fällen wird dies auch schon Asylbewerbern gestattet. Obwohl dies in vielfacher Hinsicht eine Erleichterung für die Flüchtlinge darstellt, setzt sich ihre Isolation häufig fort und verschärft sich teilweise sogar (in Einzelfällen haben Familien schon um Rückverlegung ins Heim ersucht). Dies ist sicherlich nicht zuletzt dem vergleichsweise niedrigen Ausländeranteil an der Leipziger Bevölkerung zuzuschreiben. Insbesondere die Situation der Frauen aus islamischen Ländern wird nach unserer Erfahrung häufig sehr schwierig: sie vereinsamen und haben kaum noch Gelegenheit, die deutsche Sprache anzuwenden. ProjektträgerZiele des Brückenschlag e.V.Der Verein Brückenschlag e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Asylbewerber und andere ausländische Migranten zu unterstützen, interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten anzubieten, die Verständigung zwischen Ausländern und Deutschen sowie die Integration der Migranten in den Bisherige Arbeit des VereinsDer Verein wurde ursprünglich von einer Gruppe von Bürgern gegründet, die sich ehrenamtlich um Flüchtlinge im Asylbewerberheim Leipzig-Mölkau kümmern. Unter den ca. 120 Menschen leben hier Familien aus Afghanistan, China, Iran, Irak, Kosovo, Libanon, Syrien und der Türkei. Der Verein bietet Hausaufgabenbetreuung für die Kinder an, vermittelt Deutschkurse, ist bei Arzt- und Behördengängen behilflich, informiert über Asylrechtsfragen, stellt Kontakte zu Rechtsanwälten her oder berät in alltäglichen Dingen. Einen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Unterstützung der Flüchtlingsfrauen. Regelmäßige Treffen mit den Frauen im Heim dienen dazu, Kontakte aufzubauen und Vertrauen zu bilden. "Bunte Gärten Leipzig"Das Projekt wurde als Pilotprojekt 2001 in einem Kleingarten gestartet und mit Anmietung eines etwa 1 ha großen Gärtnereigeländes 2002 auf eine größere Basis gestellt. Der Verein betreibt das Projekt bislang ausschließlich ehrenamtlich. Projekt "Bunte Gärten Leipzig"Gemeinsamer GartenZentrale Basis des Gesamtprojekts bildet das gemeinschaftliche Aussäen, Pflegen und Ernten von Gemüse und Kräutern durch Menschen verschiedener Nationen auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei der Stadt Leipzig. Das Gelände ist ca. 1 ha groß, beinhaltet ein Gewächshaus, mehrere Container mit Büro- und Aufenthaltsräumen sowie Geräteschuppen. Unmittelbare Anbindung an Integration durch Sprachförderung und kulturelle AngeboteAufbauend auf dem Gartenprojekt soll durch in das Konzept der "Bunten Gärten" integrierte Förder- und Weiterbildungsmaßnahmen die Integration der Migranten in den deutschen Alltag unterstützt werden. Zunächst steht dabei die sprachliche Förderung im Vordergrund: Deutsch-, Konversations- und Alphabetisierungskurse sind oder werden aufgebaut. Darüber hinaus stehen Computer mit Internetzugang und Sprachkursen auf CD-Rom zur Verfügung. Ein Abonnement wichtiger internationaler Zeitungen ist in Planung. Bisheriger Verlauf des ProjektesIm Frühjahr 2002 startete das Projekt auf dem Gärtnereigelände mit der Übernahme eines Gewächshauses, in dem dann zusammen mit 6 Asylbewerberfamilien aus der Türkei und aus Afghanistan aus gespendetem ökologischem Saatgut Jungpflanzen vorgezogen wurden. Seit Mai konnten Außenflächen für den Anbau genutzt werden; ca. 20 Parzellen wurden an Familien und Einzelpersonen zur Eigennutzung verteilt. Bis zum Sommer waren so etwa 60 Flüchtlinge in das Projekt integriert. Es handelt sich zum größeren Teil um Asylbewerber aus Sammelunterkünften, die keinerlei Anspruch auf öffentliche Integrationsmaßnahmen haben. Etwa ein Viertel der Teilnehmer sind Flüchtlinge, die bereits dezentral in Wohnungen untergebracht sind, zum Teil solche, die bereits anerkannt sind. Sie kommen nicht nur aus dem nahe gelegenen Heim in Mölkau (ca. 2 km entfernt), sondern auch aus anderen bis zu 20 km entfernten Leipziger Stadtteilen und Vororten. Die Zahl der Teilnehmer hat sich im Jahr 2003 noch etwa verdoppelt. FinanzierungDie Finanzierung der Startphase des Projekts wurde möglich durch Preise der Leipziger Agenda 21 im Jahr 2001 und des USable-Wettbewerbs der Hamburger Körber-Stiftung 2002. Weiter Unterstützung erhielt das Projekt durch den Rockefeller Flow Fund, Club International e.V. Merseburg, Soroptimist International Club Leipzig und private Spender. Für Produkte der "Bunten Gärten Leipzig" wurde eine Vielzahl von Abnehmern gefunden (Restaurants, Kantinen, Floristikgeschäfte, Privatpersonen), an die u.a. Peperoni, Bohnen, Tomaten, Zucchini, Kräuter und Zierpflanzen verkauft werden konnten. Dies soll eine feste Säule der Finanzierung für die nächsten Jahre werden, kann aber voraussichtlich nur die Kosten der Bildungsangebote decken. Für Pacht und Nebenkosten wird das Projekt vorerst weiter auf Zuschüsse angewiesen sein. |