Enge und total überbelegte Wohnungen in schmutzigen Mietskasernen

Walther Classen beschrieb die Wohnverhältnisse im Hamburger Arbeiterviertel Hammerbrook wie folgt: „Die Bau- und Bodenspekulation baute nach dem Lineal ihre Kasernen, kleckste sie grau an, nahm die wohnungslosen Tausende und drängte und quetschte sie so lange bis alles voll war, vom Keller bis zum Dach – 1892 ein üppiges Erntefeld für die Cholera. Keine Anlagen, keine Kirche, keine Bäume, keine Gärten – nichts was das Gemüt erfreut! Aber dafür schwarze Hinterwände, Höfe und Terrassen, hoch, eng, düster, mit feuchten Wänden, Zimmern, die nie einen Sonnenstrahl erblicken. Treppenhäuser, in die niemals Tageslicht gefallen, dazu vier Wohnungen in jedem Stock, Höfe, die noch unterm Straßenniveau  liegen, zu den man durch Torwege auf Stufen hinabsteigt! Das wurde die Heimat für das neu Großstadtvolk!“ (von Kietzell zitiert Classen in Krahulec, 1993, S. 72)