Dogma vom individuellen Versagen der Armen

Gerade die kirchlichen Caritas und die christlichen Wohlfahrtsorganisationen, namentlich die COS (Charity Organisation Society), hielten dieses Dogma, sowohl in Europa als auch in Amerika, aufrecht. Armut, Not und Elend wurden demnach auf individuelles Fehlverhalten und persönliche Versagen zurückgeführt. Die Ursachen vermutete man in dem ungeregelten Lebenswandel, mangelnder Sexualmoral sowie in der Trunksucht. Statt unkontrollierter Almosenvergabe wurde nun zwischen „würdigen“ und „unwürdigen“ Armen unterschieden. Diese Maßnahme diente dazu einen Anreiz für Sparsamkeit, Regelmäßigkeit und Fleiß zu bieten.