Gewerkschaften

Die Gewerkschaften in Deutschland entstanden in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich handelte es sich bei ihnen nicht um Massenbewegungen, sondern eher um  kleine aktivistische Eliten, deren Mitglieder vorwiegend Handwerksgesellen und Facharbeiter waren. Erst nach Aufhebung der Bismarckschen Sozialistengesetze und nach Beginn der industriellen Hockkultur setzte die Entwicklung der Gewerkschaften in Massenorganisationen ein, die 1913 insgesamt 3 Millionen Mitglieder verzeichnen konnten. Die Aufgabe der Gewerkschaften war es, unter den bestehenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen, Verbesserungen für die Arbeiter erzielen, d.h. sie mussten zwangsläufig Kompromisse  mit der bestehenden Ordnung schließen. Sie waren in ihrer Tendenz also nicht auf Revolution, sondern eher auf Reform angelegt.