Bürokratische Prozedur

Auch das zweite Instrument wirkte nur bei den sozialen Gruppen, die den Verlust ihrer Reputierlichkeit in der Nachbarschaft fürchten mussten, wenn sie Armenhilfe in Anspruch nahmen. Denn die Hilfesuchenden mussten in öffentlicher Sitzung vor den (ehrenamtlichen) Guardians der kommunalen Armenbehörde erscheinen und ihre materiellen Verhältnisse offen legen. Ihr Gesuch wurde in einem öffentlich ausliegenden Protokoll vom (hauptamtlichen) Armenpfleger festgehalten und durch Hausbesuche (ehrenamtlicher) Helferinnen der Armenbehörde überprüft. Die Entscheidung über die Gewährung der Hilfe wurde vom (hauptamtlichen) Sekretär der Behörde in das ebenfalls öffentlich ausliegende Relief Order Book eingetragen. Nur in »akuten und dringlichen Fällen« wurde die Hilfe in Naturalien (Lebensmitteln, Brennholz, Kleidung) und später teilweise in Geld direkt ausgegeben.