Kontakt:

Büro für Gemeinwesenarbeit der Evangelischen Gemeinde zu Düren, Philippstr. 4, 52349 Düren, Tel.: 02421-188167 oder 02403-837197, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.gwa-dueren.de


Einleitung

Der Begriff "Bürgerbeteiligung" wird in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen benutzt. Häufig wird er so ausgelegt, dass andere (Politik, Verwaltung, Wohnungsbaugesellschaften,...) etwas entscheiden und BürgerInnen erst im Anschluss in einem kleinen begrenzten Rahmen an vorentschiedenen Wegen beteiligt werden. Es werden Beteiligungsinhalte und -formen vorgegeben. Die Beziehung zwischen den professionellen "Beteiligern" und den Bürgern bewegt sich nicht auf gleicher Augenhöhe, sondern Bürger werden zum Objekt. In vielen Fällen sind Einzelpersonen Adressaten der Bürgerbeteiligung, das heißt, es findet keine Abstimmung der Interessen auf Ebene der Bürger statt.
Unser Ansatz ist ein anderer.
Es geht nicht um die Beteiligung Einzelner an vorgegebenen Strukturen oder Themen, sondern es geht um den Aufbau demokratischer Strukturen vor Ort und es geht auch um Macht. Macht im Sinne dessen, wie BürgerInnen so einflussreich werden können, dass sie im "Spiel" der Stadtentwicklung auf gleicher Augenhöhe mit den anderen Akteuren konstruktiv "mitspielen" können.


Das Büro für Gemeinwesenarbeit der Evangelischen Gemeinde zu Düren

Das Büro verfügt über eine mehr als 20jährige Erfahrung im Aufbau und der Beratung von selbst tragenden, auf Dauer angelegten Bewohnerorganisationen.
Die Arbeit des Büros für Gemeinwesenarbeit entwickelte sich 1979 aus der Jugendarbeit, im Rahmen derer ein Mitarbeiter zunächst eine Elterninitiative zur Verbesserung der Spielplatzsituation in einer 60er Jahre Wohnanlage beriet. Getragen durch den besonderen Ansatz entstand daraus eine der größten Bewohnerorganisationen Deutschlands. In 2004 arbeiten im Büro für Gemeinwesenarbeit acht MitarbeiterInnen auf sechs Stellen, die zum Teil jedoch befristet sind. Über 10 selbst tragende Bewohnerorganisationen sind in Düren aktiv. Auch im Rahmen des Programms "Soziale Stadt" konnte dieser Ansatz erfolgreich umgesetzt werden und ist nun Teil der Sozialen Stadtentwicklung in der Kommune geworden.


Voraussetzungen

Der erfolgreiche Aufbau von Bürgerorganisationen funktioniert nicht überall und unter jeglichen Bedingungen. Vier Punkte können als Mindestvoraussetzungen genannt werden:

  1. Der Aufbau von Bürgerorganisationen muss als eigenständiger Prozess gesehen werden. Ihm muss eine separate Bedeutung zukommen. Er darf nicht von anderen Interessen und Aufgaben überlagert werden. Dies ist insbesondere in "Soziale Stadt Programmen" von Bedeutung, wenn Quartiersmanagern ein umfangreiches Paket an Aufgaben und Rollen zugewiesen wird.
  2. Es müssen ausreichende Beratungskapazitäten zur Verfügung stehen. Der Aufbau von Bürgerorganisationen kann nicht nebenbei erledigt werden. Es genügt kein kleiner Anstoß, damit die Prozesse von selbst laufen. Gerade in der Anfangszeit erfordert der Prozess des Organisationsaufbaus viel Zeit und Kapazität, die nur dafür zur Verfügung stehen sollte.
  3. Ein klares Rollenverständnis und ein spezielles Know-how ist nötig. Sicherheit im eigenen Rollenverständnis und in der eigenen Haltung ist unabdingbar, da immer wieder Erwartungen unterschiedlicher Art an den/die Professionelle/n herangetragen werden. Zudem erfordert der Aufbau von Bewohnerorganisationen ein spezielles Know-how.
  4. Es gibt Voraussetzungen, die im Wohnquartier gegeben sein müssen, die einen Aufbau von Bewohnerorganisationen begünstigen oder deren Fehlen die Umsetzung dieses Ansatzes erschweren. Dies sind gebietsbezogene Ressourcen, wie z.B. konkret gewinnbare Themen und potentiell interessierte BewohnerInnen. In einer Voruntersuchung können diese ermittelt werden. Erst dann kann entschieden werden, ob dieser Ansatz Chancen auf eine Umsetzung hat.

Hintergrund und Ziele des Arbeitsansatzes

Die BewohnerInnen insbesondere benachteiligter Stadtteile sind in der Regel nicht als solche gemeinsam organisiert, während andere Akteure des Stadtentwicklungsprozesses ihre eigenen Formen und Strukturen haben (Bsp. Stadtteilkonferenz von professionell Tätigen des Stadtteils). Zudem können die BewohnerInnen nur in ihrer Freizeit aktiv werden, die durch andere Verpflichtungen schon häufig sehr begrenzt ist (Familie, Behördengänge...).
Gerade in benachteiligten Wohngebieten brauchen Menschen eigene Formen des Tätigwerdens. Die Erfahrung zeigt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen über die verschiedenen Beteiligungsangebote nicht erreicht werden (z.B. durch "Mittelschichtssprache" und milieuspezifische Umgangsformen). Mit ihnen gemeinsam müssen Formen entwickelt werden, die Ihnen entsprechen (ein sowieso stattfindendes wohnortnahes Treffen auf der Wiese bei einem Tee kann beispielsweise genutzt werden und effektiver sein als eine spezielle Einladung in ein Sitzungszimmer). Die Formen sollten ermöglichen, dass die BewohnerInnen gemeinschaftlich ihre Interessen selber vertreten können. So werden Veränderungen ganz anders getragen und gelangen zu einer anderen Bedeutung für das Wohnquartier. Durch den Aufbau von gemeinschaftlichen, demokratischen Strukturen wird zudem den Individualisierungstendenzen entgegengetreten. Wenn die Beteiligung der BewohnerInnen benachteiligter Stadtteile wirklich gewollt ist, beinhaltet dies auch, dass diese ein Stück Macht im Sinne von Einflussnahme, über die Gestaltung ihrer eigenen Lebensverhältnisse erlangen. Damit aber ebenso auch Verantwortung übernehmen.
Diese Strukturen entstehen nicht von allein; sie brauchen bei der Entstehung und im weiteren Prozess eine Organisationsberatung von außen.
Ziel unseres Arbeitsansatzes ist das Tätigwerden von BewohnerInnen benachteiligter Stadtteile in mit ihnen gemeinsam geschaffenen Strukturen, damit sie zu eigenständigen Akteuren im Stadtentwicklungsprozess werden können. Es geht um den Aufbau von demokratisch organisierten Interessenvertretungen für das Quartier/den Stadtteil.
Damit einher geht das Ziel, spürbare Verbesserungen zu erreichen, welche die BewohnerInnen für wichtig halten (z.B. geeignete Spielplätze für Kinder, Senkung der Betriebskosten...). Als drittes Ziel ist das persönliche Wachstum der Einzelnen in diesem Prozess besonders bedeutend, das Menschen ermutigt, sich zu engagieren und somit Basis für eine lebendige Demokratie ist.
Zu Beginn der Arbeitsgruppe kam die Frage auf, wie der Begriff "selbst tragend" zu verstehen sei. Selbsttragende Bewohnerorganisationen vertreten ihre Interessen eigenständig nach außen (gegenüber Verwaltung, Politik, Wirtschaft und den übrigen BewohnerInnen im Stadtteil). Das bedeutet nicht, dass sie völlig ohne professionelle Beratung durch GemeinwesenarbeiterInnen auskommen müssen. In Unternehmen führt eine Hinzuziehung von BeraterInnen auch nicht zum Verlust der Eigenständigkeit, sondern dient im optimalen Falle der Stärkung des Betriebes. Nach unseren Erfahrungen brauchen diese Bewohnerorganisationen, je nach vorhandenen Ressourcen und je nach Komplexität der vorgefundenen Situation mehr oder weniger Unterstützung im Sinne von Organisationsberatung


Aufbau von Bewohnerorganisationen – wie geht das?

Aufbau von Bewohnerorganisationen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Stufe:
Voruntersuchung

Welche Quartiere haben besonderen Bedarf und eigenen sich zum Organisationsaufbau?

  • Zusammenhängende Wohnquartiere
  • Kommunikations- und Meinungsbildungs-Strukturen
  • Zugänge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Stufe:
Auswahl der Quartiere

Auswahl anhand objektiver und subjektiver Kriterien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Stufe:
Start der Aktivierung

  • Entwicklung von spezifischen Vorgehensweisen für die einzelnen Quartiere (z.B. Aktivierende Gespräche, Planaktion)
  • Ermittlung des Veränderungsbedarfs und der Aktivierungspotentiale (Ressourcen und Eigenkräfte der Bewohnerschaft)

 

 

 

 

 

 

4. Stufe:
Entwicklung von Strukturen/ angemessenen Organisations-Formen

  • Bildung von Vorbereitungsgruppen
  • Durchführung von Bewohnerversammlungen
  • Verständigung über gemeinsame Ziele und Planung weiterer Schritte
  • Entwicklung von Bürgerprogrammen
  • Absprachen über die Zusammenarbeit/
    Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten
  • Entwicklung neuer Kooperationsstrukturen/ angemessene Organisationsformen

5. Stufe:
Start der Strategie- und Organisationsberatung mit den Gruppen/ Organisationen

  • Begleitung und Beratung der Aktionskerne/
    Organisationen
  • Durchführung von Projekten aus den Bewohnerprogrammen = gemeinschaftliches Handeln
  • Erfolgreiche Aktionen
  • Reflexion
  • Neue Themen

   è Mehr lokale Demokratie                   è spürbare Verbesserungen  

è Verbesserung der Zusammenarbeit

 

Erläuterungen zum Stufenmodell

Es ist wesentlich, von Anfang an darauf zu achten, dass der Aufbau ein eigenständiger Prozess ist, der so früh wie möglich von den BewohnerInnen selber getragen und gestaltet wird. Um dies zu gewährleisten, sollte der Prozess so wenig wie möglich an professionelle Strukturen gebunden werden. Ein Mittel kann sein, dass kein Büro im Stadtteil eingerichtet wird. Wenn BewohnerInnen sich treffen wollen, sind sie gezwungen, selbst für dieses Interesse tätig zu werden. Der Prozess startet nicht unter dem Dach einer professionellen Organisation.
Leitgedanke beim Organisationsaufbau ist dabei : "Tue nie, was die Leute selbst tun können, aber tue alles, damit sie es können". Der zweite Teil des Satzes ist dabei mindestens ebenso wichtig, wie der erste. Dies beinhaltet für uns auch, dass wir nicht als intermediäre Instanz fungieren.

Zu Stufe 1) und 2)
Der Prozess startet idealer weise mit einer fundierten Voruntersuchung, um die Voraussetzungen und Gegebenheiten zu ermitteln. In dieser Phase sollten möglichst keine konkreten Erwartungen geweckt werden, da erst in Stufe 2 entschieden wird, in welchen kleinräumigen Quartieren aktiviert werden soll.
Für die Voruntersuchungen haben wir subjektive und objektive Kriterien entwickelt und diesen Methoden zugeordnet, wie die Informationen dazu erhoben werden sollen. Dazu gehören Recherche, Statistikauswertung und Ortsbeobachtung; die wichtigste Methode ist jedoch das Gespräch, sowohl mit ausgewählten BewohnerInnen als auch mit ExpertInnen.
Die gesammelten Erkenntnisse werden kleinräumigen Quartieren zugeordnet und nach einem Punktesystem bewertet. Ergebnis sind dann die Quartiere, in denen in der 3. Stufe aktiviert werden soll. Es sind Quartiere, in denen sowohl der Veränderungsbedarf hoch als auch Ressourcen und Eigenkräfte innerhalb der Bewohnerschaft sichtbar werden.
Ausführlichere Informationen zum Thema "Voruntersuchung" finden Sie in:
Birgitta Kammann "Auf den Anfang kommt es an – Die Bedeutung der Voruntersuchung für die Aktivierung" in "Handbuch aktivierende Befragung", Hrsg: Maria Lüttringhaus, Hille Richers, Stiftung Mitarbeit, Bonn 2003, ISBN 3-928053-82-5

Zu Stufe 3)
Während der Aktivierung steht im Hintergrund der Gedanke, ein möglichst gutes Bild der Bewohnerstruktur, ihrer Fähigkeiten und Potentiale zu erhalten und zu erkennen, wer wirkliche Schlüsselpersonen sind. Zudem werden in dieser Phase Beziehungen geknüpft und konkrete Themen ermittelt.
Auf Rückfrage in der Arbeitsgruppe wurde genauer erläutert, wie die Zugänge zu den zu aktivierenden Personen gefunden werden. Es wird versucht, ausgehend von einzelnen benannten Personen im Schneeballsystem Zugänge zu weiteren Personen zu erhalten. Durch die Nachfrage am Ende eines jeden Gesprächs nach weiteren Gesprächspartnern werden neue Zugänge eröffnet und es wird deutlich, welche Schlüsselpersonen (Mehrfachnennungen) existieren.

Zu Stufe 4)
Dies ist der entscheidende Schritt zur Bildung einer eigenständigen Organisation. Hier werden mit ersten Aktiven zusammen Grundsteine für spätere Arbeitsstrukturen geschaffen. Hier erhalten BewohnerInnen erste Möglichkeiten selbst aktiv zu werden – und sei es nur an sehr kleinen Punkten (wie z.B. einen Raum zum Treffen zu organisieren, eine erste Einladung zu schreiben oder zu unterschreiben, Nachbarn anzusprechen, eine Übersetzung zu fertigen...).
In der Regel auf einer Bewohnerversammlung, die jedoch schon mit einer Gruppe Interessierter vorbereitet und auch von diesen mit Unterstützung durchgeführt wird, werden Themen gesammelt. Erste konkret gewinnbare Themen werden ermittelt und Prioritäten festgelegt. Die Menschen im Wohngebiet entscheiden über ihre Themen – nicht der/die Gemeinwesenarbeiter/in.
Die ersten Themen sollten konkret und gewinnbar sein und möglichst viele Personen betreffen. Zur erfolgreichen Bearbeitung ist eine detaillierte Strategieentwicklung notwendig. Siehe dazu mehr in: Birgitta Kammann/Hermann Schaaf "Strategie und Taktik in der Gemeinwesenarbeit – Bedeutung und praktische Beispiele" in Stefan Gillich (Hrsg.) "Gemeinwesenarbeit: Die Saat geht auf" Triga Verlag OHG, Gelnhausen 2004 ISBN 3-89774-364-7.
Gleichzeitig werden erste Schritte in Richtung einer gemeinsamen Organisation gegangen, die eine möglichst breite Basis bilden soll. Das heißt eine Organisation, die es vielen Bevölkerungsgruppen des Quartiers ermöglicht, aktiv zu sein und somit viele Themen vereint. Ein übergeordnetes Ziel ist in räumlich klar umgrenzten Gebieten häufig die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse für das Quartier.
Die Organisation ermöglicht eine Identifikation nach innen, ist öffentlich sichtbar und somit auch nach außen zu identifizieren. Sie bietet klare Strukturen und Entscheidungswege und ist auf Dauer angelegt. In dieser Dauerhaftigkeit ist aber durchaus zeitlich begrenztes Engagement für Einzelne möglich (z.B. durch Wahl von SprecherInnen). Beendet der/die Einzelne aber ihr Engagement, ist die Struktur weiter vorhanden und bildet für neue Aktive einen Rahmen.


Säulen des Organisationsaufbaus

Zusammenfassend lassen sich folgende Säulen, ohne die ein erfolgreicher Organisationsaufbau nicht möglich ist, identifizieren:

  • Aktive MitarbeiterInnen und MeinungsführerInnen
  • Konkrete gewinnbare Themen = Bürgerprogramm
  • Demokratische Entscheidungsstrukturen und gewählte VertreterInnen
  • Erfolgreiche, phantasievolle Aktionen und Verhandlungen

+ professionelle Beratung


Besonderheiten zur Rolle und den Aufgaben der BeraterIn des Büros für Gemeinwesenarbeit

Die Rolle und die Aufgaben der BeraterIn orientieren sich am jeweiligen Organisations- und Gruppenprozess. Je nach bei den Organisationen vorhandenen persönlichen und materiellen Ressourcen bringt sich die/der Professionelle mehr oder weniger ein. Die Rolle zielt immer auf die Verselbständigung der Aktiven und auf den Aufbau selbst tragender Strukturen. Von Anfang an findet keine Stellvertretung nach außen durch die/den Professionelle/n statt.
Ergänzung des Stufenmodells mit den Rollen und Aufgaben der BeraterIn:

  • Stufe 1: Die Rolle der "FeldforscherIn" steht im Vordergrund
  • Stufe 2: Die ermittelten Daten werden analysiert und bewertet
  • Stufe 3: BewohnerInnen werden aktiviert. Kontakte zu und zwischen den BewohnerInnen werden hergestellt und Beziehungen aufgebaut. Aktivierbare Themen, die Gemeinsamkeit befördern können, werden ermittelt,.
  • Stufe 4: Verschiedene Rollen werden wahrgenommen. Organisationsberatung ist nötig, um angemessene Organisationsformen mit den BewohnerInnen zu entwickeln. Der Gruppenaufbau wird befördert (GruppenpädagogIn), Einzelne gezielt gefördert (Coach), damit sie ihre Aufgaben wahrnehmen können, usw.
  • Stufe 5: Neben der Organisationsberatung ist die Strategie- und Taktikberatung und Recherche und Hintergrundarbeit besonders hervorzuheben.

Was hat der Aufbau von Bürgerorganisationen mit dem Fußball zu tun?

Viele Menschen haben zwar Erfahrungen in Mannschaftssportarten, mit Bürgerorganisationen, so wie sie hier gemeint sind, häufig jedoch nicht. Erkenntnisse aus diesen Sportarten lassen sich gut übertragen. Wir nehmen den Fußball als eine in Deutschland populäre und weit verbreitetet Sportart, die dem Organisationsaufbau von Bürgerorganisationen sehr ähnelt:
Es wird zunächst nach talentierten Einzelspielern gesucht. Sie sollten möglichst verschiedene Fähigkeiten verkörpern. Der eine hat seine Stärken in der Abwehr, während der andere im Sturm glänzt. Es werden Menschen gesucht, die etwas erreichen wollen und für die der Sport bzw. die Verbesserung der Lebensverhältnisse im Stadtteil eine ganz besondere Bedeutung hat. Wichtig ist, dass es eine gemischte Mannschaft ist und dass sie auf Dauer am Spielbetrieb teilnehmen will. In kleinen Clubs sucht der Trainer bzw. die Fachkraft für Organisationsaufbau/ BeraterIn diese Spieler. Er/sie ist es auch, der/die gemeinsam mit den Einzelpersonen langsam eine Mannschaft formt. Eine Ansammlung von talentierten Einzelspielern führt ja noch nicht automatisch zum Erfolg. Zuerst kann es sein, dass jeder nur sein Spiel im Kopf hat und alle den Ball haben wollen. Manche stolpern auch und sehen ihre Mitspieler nicht. Andere geben frustriert auf, weil sie nicht an den Ball kommen. Erst wenn aus Einzelspielern eine Mannschaft wird, können sie ebenbürtig mit anderen spielen. Dazu gehört dann natürlich auch, dass die Mitspieler sich kennen und verstehen lernen, Absprachen einhalten, gemeinsam Ziele entwickeln und sich über die Spieltaktik einigen. Bei all diesen Dingen werden sie vom Trainer / der BeraterIn begleitet.